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Museum für Hamburgische Geschichte

Information strukturieren mit Licht: „Kein Bier ohne Alster“ im Museum für Hamburgische Geschichte

Das traditionsreiche Hamburger Museum für Stadtgeschichte feiert die norddeutsche Brauereikultur mit einer Sonderausstellung. Den Ausstellungsmachern ist es gelungen, die vielfältigen Exponate zu diesem außergewöhnlichen kulturhistorischen Thema überraschend, unterhaltsam und übersichtlich in Szene zu setzen – mit einem Leitsystem aus markanten Grafiken und pointiertem Akzentlicht von ERCO.

Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums des deutschen Reinheitsgebots thematisiert die Ausstellung „Kein Bier ohne Alster“ die Brauereikultur speziell in Norddeutschland. Auf nur 620 qm spannt die Schau den Bogen von der Brauereikultur im alten Ägypten über das Mittelalter bis heute – mit rund 400 heterogenen Exponaten. Im Fokus stehen Objekte aus Norddeutschland: etwa ein originaler Brauereikessel aus dem 18. Jahrhundert, botanische Darstellungen von Hopfen und Getreide, hochkarätige Stillleben aus dem 17. Jahrhundert, historische Trinkgefäße, Reklametafeln sowie Bierdeckel aus dem 20. Jahrhundert und Produkte aktuell angesagter Craft-Beer-Marken.

Leitsystem mit Grafik und Licht
Dieser inhaltlichen und formalen Vielfalt auf kleinem Raum Herr zu werden – darin lag die größte Herausforderung im Ausstellungsdesign. Um die Inhalte klar zu gliedern und die Besucher durch die Schau zu lenken, haben die Ausstellungsdesigner Volker von Baczko und Oliver Thomas, Gründer des Hamburger Designstudios IIID brand communication, ein charmantes Leitsystem aus nur zwei Designelementen entwickelt: Zum einen führen markante gelbe Linien über den Boden und die Wände hinauf zu den Ausstellungstexten. Zum anderen strukturieren diese “Bierpfade“ 11 lose chronologisch gegliederte Themenkomplexe rund um Brauereiprozess und Bierkultur: etwa „Fass und Fassmacher“, „Kneipen und Trinkhallen“ oder „Das Brauhaus der Hanse". Das zweite wesentliche Gestaltungselement ist die kontrastreich akzentuierende Beleuchtung mit nur einer einzigen Leuchtenfamilie, den kompakten Light Board Strahlern von ERCO. Ganz ohne Grundbeleuchtung, allein durch verschiedene präzise, streulichtfreie Lichtakzente entsteht Orientierung im Raum. Das Licht leitet den Besucher und hierarchisiert Exponate.

Wie leiten Licht und Grafik durch eine dicht bestückte kulturhistorische Ausstellung? Hier erläutern die Ausstellungsmacher der Sonderschau „Kein Bier ohne Alster“ im Hamburgmuseum das kuratorische und gestalterische Konzept.

Struktur durch sechs Lichtverteilungen

Mit dem beinahe kompletten Set von ERCO Spherolitlinsen – von der Lichtverteilung narrow spot über spot, flood und oval flood bis hin zu wallwash – werden Exponate und Objektensembles individuell in Szene gesetzt: Während die engen narrow spot Lichtkegel filigrane historische Zeichnungen an der dunklen Wand pointiert in Szene setzen, bietet die breite Lichtverteilung flood die perfekte Bühne für ein knallrotes historisches Auslieferungsfahrzeug für Bier. Die Lichtverteilung spot sorgt für eine gleichmäßige Beleuchtung der Ausstellungstexte und größerer Kunstwerke. Strahler mit ovaler Lichtverteilung wiederum unterstreichen effizient die gelben Leitlinien, eine Art abstrahierte Bierleitungen. An den Wänden am Eingang rahmt oval flood die großformatigen Zitate mit linearen Lichtkegeln. Verschiedene Lichtverteilungen im Wechsel schaffen an der Wand einen dynamischen visuellen Rhythmus, der die Besucher an den Wänden entlang leitet.

Und damit auch der hintere Ausstellungsbereich Beachtung findet, ist die Wand am Ende des Raumes gleichmäßig mit wallwash geflutet. Hier zeigt sich einmal mehr die Wirkung beleuchteter vertikaler Flächen auf die menschliche Wahrnehmung: „Die gleichmäßig geflutete Rückwand gibt die Richtung vor, indem sie den Betrachter sogartig in den hinteren Raumbereich zieht.“, so Volker von Baczko, Corporate Architect bei IIID brand communication.

Den Gesetzen der Wahrnehmungspsychologie folgend, wird der Raum durch Licht gestaffelt, Informationen durch verschiedene Beleuchtungsniveaus visuell strukturiert und hierarchisiert. „Das wahrnehmungsorientierte Lichtkonzept ist wesentlicher Bestandteil des Ausstellungsdesigns“, sagt Oliver Thomas. „Bei der Entwicklung dieser Ausstellung haben wir realisiert, dass die Strahler mit ihren wechselbaren Linsen praktische Werkzeuge sind, mit denen sich Räume flexibel gestalten lassen und die noch beim Aufbau justierbar sind.“

Museum für Hamburgische Geschichte
Museum für Hamburgische Geschichte
Museum für Hamburgische Geschichte
Museum für Hamburgische Geschichte
Museum für Hamburgische Geschichte

Die Themenkuben: Durchblicke mit hohem Sehkomfort

Raumhohe, schwarze Ausstellungskuben gliedern und vervielfachen die Ausstellungsfläche. Ihre schwarzen Wände beruhigen den Raum und ermöglichen die Konzentration auf die heterogenen Objekte, Formen und Materialien. Zum intuitiven Entdecken der Zusammenhänge tragen die kleinen Durchblicke und semitransparente Gazestreifen in den Kuben bei, die neugierig machen auf die Themen darin. Lichtakzente, gut abgeblendet und streulichtfrei auf das jeweilige Exponat gerichtet, haben Wichtiges hervor und lassen weniger relevante Objekte zurücktreten. Darüber hinaus verstärkt die differenzierte Beleuchtung den Eindruck von Raumtiefe.

Der Eingang: Neugierig machen

Im Gang vor dem Ausstellungseingang säumen großformatige Zitate an den Wänden eine langgestreckte Vitrine mit historischen Exponaten rund um das Bierbrauen in der Antike, unter anderem dem Grabstein eines römischen Bierbrauers und dem Grundriss einer Klosterbrauerei. Auf der dunkelgrauen Wand durch akzentuierende Beleuchtung hervorgehoben, leiten die Texte in exakt horizontalen, linearen Lichtkegeln den Besucher in den Ausstellungsraum hinein. So schafft es dieser szenografische Prolog, – trotz des hinter zwei schweren Brandschutztüren versteckten Eingangs auf das außergewöhnliche Ausstellungsthema aufmerksam zu machen. „Exponate schlicht nebeneinander aufzureihen, funktioniert heute nicht mehr.“ konstatiert Kurator Dr. Ralf Wiechmann. „Zeitgemäße Ausstellungsszenografie bedeutet, die Besucher neugierig zu machen, Überraschungen anzubieten, etwas offen zu lassen.“

Kurator Dr. Ralf Wiechmann erläutert anhand eines Modells, eigens für das Museum für Hamburgische Geschichte angefertigt, die Abläufe der mittelalterlichen „Wasserkunst“ im heutigen Zentrum der Hansestadt – und die Bedeutung des Alsterwassers für die Bierqualität.

Dabei ist die Lichtqualität für jedes einzelne Objekt entscheidend: Mit verglastem Panoramafenster und linearer Beleuchtung lädt beispielsweise ein Kubus in der Mitte des Ausstellungsraums zum Verweilen ein. Zu sehen ist hier das ausladende Modell der historischen Hamburger Wasserversorgung, der sogenannten „Wasserkunst“, dessen liebevoll ausgearbeiteten Details durch das exakt modellierende LED-Licht plastisch hervortreten. „Das Modell steht seit den 1990er Jahren in unserer Dauerausstellung, doch dank des präzisen Lichts kommt das Exponat erst hier in der Sonderausstellung wirklich zur Geltung“, freut sich Dr. Wiechmann. Aufgrund der guten Blendungsbegrenzung lässt sich die Lichtquelle, zwei Strahler mit linearer Lichtverteilung an der Decke oberhalb des offenen Kubus, kaum ausmachen.

Hier berichtet Dr. Ralf Wiechmann, Kurator der Ausstellung “Kein Bier ohne Alster“, über ein Highlight der Ausstellung: Das Ölgemälde „Stillleben mit Bier und Brot“ schuf der Hamburger Künstler Georg Hinz (1630-1688) im Jahr 1665.

Optimales Licht für anspruchsvolle Objekte

Stolz präsentiert Dr. Ralf Wiechmann das wertvollste Exponat der Ausstellung: Das Vanitas-Stillleben des Hamburger Künstlers Georg Hinz aus dem Jahr 1665, eine Leihgabe der Hamburger Kunsthalle, zeigt ein Glas Bier neben angebissenem Brot. Der goldene Gerstensaft perlt noch wie frisch gezapft, doch der weiße Bierschaum beginnt schon, leicht in sich zusammen zu fallen – ein Hinweis auf die Vergänglichkeit des irdischen Lebens.
Trotz des insgesamt geringen Beleuchtungsniveaus sind auch anspruchsvolle Objekte wie dieses brillant und mit hervorragender Farbwiedergabe in Szene gesetzt. Das Licht macht sämtliche Details in dem Gemälde sichtbar, die ja auch symbolische Bedeutung besitzen“, so Wiechmann, „und erfüllt dabei alle konservatorischen Anforderungen.“
Durch das weitgehend UV- und infrarotfreie Licht der ERCO Lichtwerkzeuge lässt sich der schädigende Einfluss photochemischer und thermodynamischer Prozesse minimieren, die Materialien und Farben angreifen. Für eine objektschonende und zugleich angenehm warme Beleuchtung wählten die Planer Light Board Strahler mit 12W und warmweißem Licht aus. Die Strahler für besonders lichtempfindliche Grafiken, die nur 50 Lux ausgesetzt werden dürfen, sind mit nur 4W Anschlussleistung ausgestattet, um die anspruchsvollen Objekte mit dem minimal notwendigen Akzentlicht pointiert in Szene zu setzen.

Die Resonanz sei sehr positiv, berichtet Wiechmann. Viele Besucher seien verblüfft von den vielen neuen Erkenntnissen zur lokalen Bierkultur. Das große öffentliche Interesse an der Sonderschau beweist, dass auch kleinere Kulturinstitutionen und außergewöhnliche Ausstellungsthemen mit einfachen Mitteln und modernen Konzepten Aufmerksamkeit schaffen können.

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