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Wenn Licht begrüßt. Mit qualitativer Lichtplanung Foyers attraktiv gestalten.

Wenn Licht begrüßt. Mit qualitativer Lichtplanung Foyers attraktiv gestalten.

Foyers von Unternehmen, Bildungs- und Kulturinstitutionen wirken wie Visitenkarten.

Foyers von Unternehmen, Bildungs- und Kulturinstitutionen wirken wie Visitenkarten. Sie vermitteln einen ersten Eindruck von einer Organisation, einem Unternehmen oder einer Institution und machen im besten Fall neugierig auf mehr. Orientierung zu schaffen und in der Organisation entsprechende Stimmung aufzubauen, gehört zu den Stärken der qualitativ orientierten Lichtplanung. Wie sich Besucher mit Licht freundlich willkommen heißen lassen, führen wir vom Konzept bis zum Planungsbeispiel auf.

Oft als großzügiger, hoher Eingangsraum geplant, dient das Foyer repräsentativen Zwecken und zugleich als Empfangs- und Wartebereich sowie zur Erschließung angrenzender Gebäudeteile. Als Übergang zwischen Außen und Innen, öffentlichem und privatem Raum, treffen hier sehr unterschiedliche räumliche Maßstäbe aufeinander. Mit Licht die Orientierung innerhalb dieser unterschiedlichen Funktionen und Raumsituationen zu unterstützen, erhält somit eine hohe Relevanz. Licht vermag aber viel mehr, als nur Orientierung zu bieten und kenntlich zu machen. Die emotionale Dimension von Licht - etwa als leichte oder temperamentvolle Raumwirkung – lässt sich hervorragend zum Aufbau einer attraktiven Begrüßung einsetzen. Zudem kann die Beleuchtung in einem Foyer einen wertvollen Beitrag dazu leisten, die Identität des Unternehmens visuell erlebbar zu machen. Der Gestaltungsspielraum von Licht für die Selbstdarstellung einer Unternehmens- Bildungs- oder Kulturmarke reicht von einer zurückhaltenden, nüchternen Atmosphäre bis zu einer dramatischen Inszenierung.



In Lichtqualitäten statt in Lux-Werten denken

Technisch versierte Planer setzen für Foyers bei der quantitativen Lichtplanung mit den Normen an. Geleitet von den Kennzahlen für Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und Blendungsbewertung, entwickeln sie eine Konzeption, bei der gestalterische Aspekte außen vor bleiben. Da bei der Entwicklung der Normen numerische Werte für Sicherheit, Orientierung und Arbeitsaufgaben ausschlaggebend waren, werden gestalterische Aspekte hier kaum einbezogen. Projektmanager achten in der Folge häufig genau auf die Berücksichtigung der Grenzwerte im Planungsprozess, auch wenn Erfahrungswerte fehlen, ob geringe Abweichungen schon zu signifikanten Schwierigkeiten führen würden. Die qualitative Lichtplanung setzt dagegen ganzheitlicher bei der Wahrnehmung an. Diese Planungsstrategie geht sowohl auf die Anforderungen an die Sehaufgaben ein wie auch auf die psychologischen Bedürfnisse, um einen höheren Grad an Wohlbefinden zu erreichen.



Der Perspektivwechsel: Licht zum Sehen, Hinsehen und Ansehen

Als ein Wegbereiter der wahrnehmungsorientierten Lichtplanung zählt Richard Kelly (1910-1977). Er ersetzte die Frage nach der Lichtquantität durch die drei Kategorien „ambient luminescence“ (Licht zum Sehen), „focal glow“ (Licht zum Hinsehen) und „play of brilliants“ (Licht zum Ansehen). Das Licht zum Sehen bezeichnet die einfache Grundbeleuchtung. Diese Beleuchtungsart, etwa durch Downlights oder eine gleichmäßige Wandflutung erreichbar, sorgt für Orientierung und verleiht ein Gefühl der Sicherheit. Das ist in Foyers wichtig, da es gilt, dem Besucher auf zunächst unbekanntem Terrain Sicherheit zu vermitteln. Das Licht zum Hinsehen verkörpert das Akzentlicht, das Objekte, Flächen und Raumzonen betont und Wahrnehmungshierarchien schafft. Es ist bei der Inszenierung von Bildern und Skulpturen ein zentrales Mittel, um die Aufmerksamkeit des Betrachters zu lenken. In Empfangsräumen spielt dies eine wesentliche Rolle, da sich mittels Akzentuierung einzelne Areale, etwa Empfangstresen, Treppenaufgänge und andere Verkehrszonen oder repräsentative Kunstwerke, auch in großen Räumen hervorheben lassen. Das Licht zum Ansehen ist das dekorative Licht, das Licht zum Staunen und als ästhetischer Selbstzweck: Dazu gehören Lichteffekte mit farbigem Licht sowie dekorative Leuchten und Lichtkunstinstallationen, die in Foyers für Spannung sorgen. Beleuchtungskonzepte wirken gelungen, wenn alle drei Komponenten – Grundbeleuchtung, gerichtetes und dekoratives Licht – in einem geeigneten Verhältnis kombiniert werden.

Die Kategorien von Kelly eignen sich auch hervorragend, um Bauherren die Komplexität einer Lichtlösung anschaulich zu erläutern und Konzepte für Foyers zu entwickeln. Selbstverständlich können Planer aber auch bewusst auf Kategorien verzichten, um eine spezielle Lichtwirkung zu schaffen, beispielsweise durch Vermeiden von Grundbeleuchtung für eine besonders dramatische Inszenierung mittels Akzentuierung zu sorgen. Ein Meisterstück für qualitative Lichtplanung entwickelte Kelly für das repräsentative Foyer des Seagram Buildings in New York, das die Architekten Mies van der Rohe und Philip Johnson entwarfen und 1958 fertigstellten. Das Streiflicht auf den Kuben für die Aufzüge bietet nicht nur Orientierung, sondern vermittelt durch ein feines Spiel von Licht und Schatten auf den Travertinwänden einen hochwertigen Eindruck beim Betreten des Gebäudes. Durch die vertikale Beleuchtung entsteht so für Passanten auf der Plaza ein heller und transparenter Raumeindruck des verglasten Foyers. Zugleich lässt das hell geflutete Erdgeschoss das Hochhaus angenehm leicht wirken. Die Downlights entlang der Fassade erzeugen den Eindruck eines Lichtteppichs zwischen Innen und Außen und unterstreichen ebenfalls die repräsentative Empfangsgeste. Die Prinzipien der vertikalen Beleuchtung und des Lichtteppichs haben auch in der Gegenwart nichts an Relevanz verloren, da sie allgemeine wahrnehmungspsychologische Bedürfnisse aufgreifen.



Mit Licht die Orientierung unterstützen

Zu den grundlegenden wahrnehmungspsychologischen Anforderungen an Räume führt William Lam (1924-2012), einer der Pioniere der wahrnehmungsorientierten Lichtplanung, an erster Stelle das Bedürfnis nach Orientierung auf. Dazu zählt zunächst die räumliche Orientierung mit dem Erkennen von Wegen und Zielen. In einem Foyer betrifft dies beispielsweise die Rezeption für die Anmeldung, die Eingänge zu Räumen sowie zum Wartebereich. Über unterschiedliche Beleuchtungsstärken lässt sich die Relevanz der Zonen zusätzlich hierarchisieren und somit die Lesbarkeit der Umgebung unterstützen. Ein Beleuchtungsstärkekontrast von 1:2 eignet sich kaum, weil das Auge diesen kaum wahrnimmt. Daher empfiehlt sich ein Kontrast von mindestens 1:5 in Relation zur Umgebung. Bei großen Räumen hilft auch eine Tiefenstaffelung, um den Vordergrund vom Hintergrund zu differenzieren. Eine höhere Helligkeit der Rückwand in Relation zum Windfang an der Fassade hilft, die Aufmerksamkeit auf den hinteren Bereich des Foyers zu richten. Auch eine Unterscheidung von öffentlicher Rezeption und privatem Wartebereich trägt dazu bei, den räumlichen Maßstab für Besucher besser verständlich zu machen. Dies kann beispielsweise durch eine wärmere Farbtemperatur sowie einen engeren Lichtkegel für den privaten Wartebereich erfolgen.

Ein weiterer Gestaltungsparameter in der wahrnehmungsorientierten Lichtplanung besteht in der Konsistenz von Raummustern und Lichtmustern. Eine große weiße Wand repräsentiert eine einheitliche und klare Form. Häufig findet man vor Wänden in Foyers allerdings Downlights an der Decke vor, die charakteristische Lichtkegelanschnitte auf der Wand erzeugen und damit die Klarheit der Wand beeinträchtigen. So entsteht durch den Leuchtdichteverlauf ein neues Muster, bei dem der obere Teil der Wand dunkel bleibt und der untere Teil hell erscheint – getrennt durch eine markante Reihe von Parabeln. Raummuster und Lichtmuster zeigen hier keine Konsistenz, da sich durch das einheitliche Wandmaterial und den Hell-Dunkel-Kontrast ein Gegensatz aufbaut, der die Lesbarkeit des Raumes erschwert. Ein anderer Eindruck entsteht bei der Wandflutung. Die gleichmäßige Helligkeitsverteilung von oben nach unten sowie an der gesamten Wand entlang erzeugt eine deutliche Einheit von Raum und Licht und erleichtert die Orientierung in Foyers. Eingangshallen mit Wandflutung strahlen zudem mehr Ruhe aus, da keine Hell-Dunkel-Übergänge auf den Wänden die Aufmerksamkeit auf sich lenken.



Vertikale Beleuchtung: Beleuchten, was das Auge sieht

Unser Helligkeitseindruck baut sich über die Leuchtdichten im Gesichtsfeld auf. Mit der Blickrichtung des menschlichen Auges nach vorne erhalten vertikale Flächen in Foyers eine hohe Relevanz, da sie einen hohen Anteil im Gesichtsfeld bei dem Betreten des Gebäudes ausmachen. Die Kombination von heller Materialfarbe und Beleuchtung führt zu einem entsprechend hellen Raumeindruck, der maßgeblich zur gesamten Atmosphäre des Eingangs beiträgt. In der Planungsphase von Eingangsbereichen bietet es sich daher geradezu an, als fiktiver Besucher durch ein Gebäude zu gehen und zu prüfen, welche Flächen im Gesichtsfeld dominieren und diesen eine besondere Aufmerksamkeit im Lichtkonzept zu widmen. In Foyers erlangt die dem Eingang gegenüberliegende Wand eine sehr große Bedeutung, da sie in der Blickachse bei dem Betreten des Gebäude liegt. Die Lichtwirkung wirkt sich auch auf den Außenraum aus und kann bei der Annäherung einen sehr repräsentativen und großzügigen Eindruck entstehen lassen.

Soll sich der Besucher im Foyer anschließend dem Informationsbereich oder einer Cafétheke zuwenden, so empfiehlt es sich, dort ebenfalls mit hellen vertikalen Flächen zu arbeiten, um die Aufmerksamkeit dorthin zu lenken. Speziell bei der Verwendung hochwertiger oder außergewöhnlicher Wandelemente lässt sich mit der richtigen Beleuchtung die Wertigkeit von Materialien besonders gut zur Geltung bringen, zum Beispiel mit Streiflicht bei rauen Natursteinoberflächen. Um Bilder oder Gebäudestützen als Elemente des Interieurs hervorzuheben, eignet sich die vertikale Beleuchtung ebenfalls. Je nach Größe, Proportion und Material lässt sich dafür ein eng akzentuierter, wahlweise ovaler Lichtkegel, eine flächige Wandflutung oder markantes Streiflicht verwenden.



Mit effizienten Lichtwerkzeugen hohe Wirtschaftlichkeit erreichen

Da in Foyers zahlreiche unterschiedliche Beleuchtungsaufgaben vorliegen, lässt sich eine hohe Effizienz im Hinblick auf die gewünschte Lichtwirkung sowie Investitions- Betriebs- und Wartungskosten nur dann erreichen, wenn die Technik jeweils optimal auf die Situation abgestimmt ist. Eine Lichttechnik, die mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen soll, kann nur zu einem schwachen Kompromiss führen und verlangt häufig Einschränkungen bei einem oder mehreren Faktoren. Ein Strahler mit einer breiten Lichtstärkeverteilung eignet sich beispielsweise gut für die effiziente Akzentuierung eines großen Bildes. Möchte man jedoch Wandflutung für die Stirnseite des Foyers realisieren, so eignet sich dieses lichttechnische System nicht, da sich damit keine gleichmäßige Helligkeitsverteilung von oben nach unten auf der Wand erreichen lässt. Für höchste Effizienz arbeitet ERCO daher bereits seit Jahrzehnten mit einem sehr differenzierten Programm an Lichtwerkzeugen.

Durch die konsistente Leuchtensystematik mit unterschiedlichen Lichtstärkeverteilungen, Lumenklassen und Lichtfarben lassen sich die Produktfamilien effizient für verschiedene Situationen einsetzen. Bei Strahlern profitieren Planer zusätzlich von der Flexibilität des Linsensystems. Austauschbare Spherolitlinsen ermöglichen die einfache Veränderung der Lichtstärkeverteilung bei gleichem Leuchtengehäuse, zum Beispiel von einer narrow spot zu einer flood oder sogar zu einer asymmetrischen wallwash Charakteristik. Dies eröffnet dem Bauherren auch bei späterer Umgestaltung die Chance, zum Beispiel bei anderen Bildformaten von Kunstwerken oder anderen Tischgrößen im Wartebereich, flexibel die Beleuchtung anzupassen und eine lange Nutzungsdauer zu ermöglichen.



Mit gutem Sehkomfort überzeugen

Lediglich die Effizienz einer Beleuchtungsanlage zu betrachten, richtet die Aufmerksamkeit häufig nur auf die wirtschaftlichen Aspekte der Leuchten. Genauso entscheidend ist es, den Sehkomfort in der Lichtplanung von Foyers einzubeziehen. Ein sehr hoher Leuchtenbetriebswirkungsgrad geht vielfach mit einem geringen Sehkomfort einher. Dies führt dazu, dass die Beleuchtung energetisch betrachtet als recht gut gelten kann. Der fehlende Sehkomfort bedingt jedoch oft Blendung und damit eine geringe Akzeptanz – ein Eindruck, den es unbedingt zu vermeiden gilt. Mit einer geeigneten Lichttechnik und Leuchtenanordnung lässt sich diese Herausforderung aber meistern. Der erste Schritt für mehr Sehkomfort besteht in der Wahl eines engen anstelle eines breiten Halbstreuwinkels, dem Winkel einer Lichtstärkeverteilung, bei der die Lichtstärke 50% des maximalen Lichtstärkewertes beträgt. Dabei sollte der Lichtkegel frei von Streulicht sein. Dies minimiert die Chance der Direktblendung als auch die der Indirektblendung durch Reflexe auf Raumoberflächen oder Möbeln. Ein zweiter Schritt liegt in der Wahl eines geeigneten Abblendwinkels. Dieser Winkel gibt an, wie gut die Lichtaustrittsfläche abgeschirmt ist. Je größer beispielsweise bei Downlights der Abblendwinkel zwischen der Decke und einer Geraden vom Leuchtenrand zum Rand der Lichtquelle gewählt wird, desto höher ist der Sehkomfort.

Ein weiterer Aspekt der Optimierung resultiert aus der Leuchtdichte des Reflektors beziehungsweise des Abblendkonus. Eine schwarze Lackierung führt hierbei zu einer wesentlich geringeren Leuchtdichte als eine seidenmatte Aluminiumoberfläche. Speziell in hohen Foyers verlangt das Thema Abblendung hohe Aufmerksamkeit. Für solche Anwendungen können Planer spezielle Doppelfokus-Downlights einsetzen, die über einen präzisen Lichtkegel, eine gute Abschirmung der Lichtaustrittsfläche und einen schwarzen Abblendkonus verfügen. Eine geeignete Anordnung der Leuchten zu spezifizieren, bietet weiteres Potenzial, um Blendung zu minimieren und so eine gute Besucherakzeptanz zu erhalten. Statt ein Raster auszulegen, lassen sich individuelle Leuchtenanordnungen für jede Raumsituation vornehmen. Je nach Lichtstärkeverteilung ergeben sich unterschiedliche Wand- und Leuchtenabstände, die sich in den Planungshilfen der Leuchtenhersteller nachschlagen lassen. Außerdem eröffnet die Deckengestaltung vielfältige Möglichkeiten, um den Blick auf die Leuchten zu reduzieren, etwa durch Lamellen oder Deckenkanäle. Eine exemplarische Foyer-Lösung zeigt im Folgenden die Verbindung von Effizienz und Sehkomfort für eine plane weiße Decke.


Wenn Licht begrüßt. Mit qualitativer Lichtplanung Foyers attraktiv gestalten.

Die qualitative Lichtplanung stellt eine gute Orientierung und einen hellen Raumeindruck in den Vordergrund. Die Differenzierung in die Zonen Empfang, Tische, Treppe und Wände erleichtert die Lesbarkeit und verbessert somit die Orientierung. Die unterschiedlichen Leuchtentypen von Wandflutern, Doppelfokus-Downlights und Downlights mit oval flood bieten jeweils eine optimale Lichtstärkeverteilung.

Wenn Licht begrüßt. Mit qualitativer Lichtplanung Foyers attraktiv gestalten.

Die quantitative Lichtplanung des Foyers zielt auf das Erreichen der Mindestbeleuchtungsstärke. Aus der funktionalen Anforderung ergibt sich ein großer Verkehrsbereich und die Zone mit dem Empfang unterhalb der Galerie. Die Downlights erzeugen einerseits eine gleichförmige Helligkeit und andererseits markante Lichtkegel an den Wänden. Der obere Wandbereich wirkt dunkel.



Quantitative und qualitative Lichtplanung eines Foyers im Vergleich

Der Vergleich eines quantitativen mit einem qualitativen Lichtkonzept für einen Empfangsraum eines mittelständischen Unternehmenshauptsitzes zeigt die gestalterischen, technischen und energetischen Potenziale einer wahrnehmungsorientierten Planung auf. Die Situation: Besucher finden in der großen, zweigeschossigen Eingangshalle einen Empfangstresen sowie einige Stehtische mit Hockern vor. Auf einer Seite des Foyers fällt Tageslicht über die großflächige Glasfassade ein. Über eine breite Treppe auf der gegenüberliegenden Seite erreichen die Gäste die Seminarräume im Obergeschoß. Für eine quantitative Lichtplanung werden zunächst die erforderlichen Beleuchtungsstärken auf Basis der Normen und der jeweiligen funktionalen Anforderungen analysiert. Daraus lässt sich eine horizontale Beleuchtungsstärke von 100lx mit einer hohen Gleichmäßigkeit für die allgemeinen Verkehrsflächen ableiten. Für die Arbeitsplätze am Empfangstresen wird eine Beleuchtungsstärke von mindestens 300lx angesetzt. Zur effizienten Beleuchtung mit guter Gleichmäßigkeit eignen sich breit strahlende LED-Downlights in einem regelmäßigen Raster. Die notwendigen 30 Deckeneinbauleuchten führen dann zu einer Leistung von 3,64W/qm.


Wenn Licht begrüßt. Mit qualitativer Lichtplanung Foyers attraktiv gestalten.

Für die qualitative Lichtplanung erfolgt im Grundriss eine Zonierung: Wandfluter dem Eingang gegenüber, Downlights mit oval flood Lichtverteilung für die Galerie und Doppelfokus-Downlights für den Wartebereich.

Wenn Licht begrüßt. Mit qualitativer Lichtplanung Foyers attraktiv gestalten.

Bei der quantitativen Lichtplanung streckt sich ein gleichmäßiges Raster aus breit strahlenden Downlights über die Decke.



Mit qualitativer Lichtplanung Orientierung und eine großzügige Atmosphäre schaffen

Das qualitative Lichtplanungskonzept hingegen setzt beim Raumeindruck für den Besucher an. Für einen ersten hellen und weiten Eindruck fällt der Wand gegenüber des Eingangs eine hohe Relevanz zu. Sie soll eine gleichmäßige Beleuchtung mit Wandflutern erhalten, um die Größe des Raumes zu unterstreichen und gleichzeitig orientierend auf die Treppe hinzuweisen. Für das Gespräch am Empfangstresen ist wiederum die dahinterliegende Wand für den Helligkeitseindruck entscheidend. Auch hier leistet Wandflutung einen wertvollen Beitrag für die Wahrnehmung, indem die homogene Flutung Weite und Großzügigkeit entstehen lässt. Ergänzend erfolgt eine horizontale Beleuchtung des länglichen Empfangstresens mit einer ovalen Lichtstärkeverteilung mittels LED-Deckeneinbauleuchten, um eine ausreichende Beleuchtungsstärke zum Arbeiten zu erzielen. Die Stehtische im Foyer erhalten eine brillante Betonung durch das gerichtete Licht und die konzentrierte Anordnung von Doppelfokus-Downlights. Die besonders gute Abschirmung und der dunkle Abblendkonus tragen außerdem zu einem sehr guten Sehkomfort für das hohe Foyer bei. Die gleichen Leuchten eignen sich ebenso ausgezeichnet, um mit Effizienz und Sehkomfort die Treppe zum Obergeschoss zu beleuchten. Für die Galerie vor den Veranstaltungsräumen kommen erneut Downlights mit einer ovalen Lichtstärkeverteilung zum Einsatz, da aufgrund der dunklen Wand eine Wandflutung hier nicht angebracht wäre.

Die Beleuchtungsstärke am Empfang beträgt auch hier mindestens 300lx und im Verkehrsbereich durchschnittlich 100 lx. Das Konzept lässt sich mit lediglich 25 Leuchten umsetzen. Mit 2,02W/qm erreicht diese Beleuchtungslösung eine Energieeinsparung von 45% im Vergleich zur konventionellen Lösung mit ausschließlich breit strahlenden LED-Downlights. Hierbei geht es aber nicht allein um den energetischen Mehrwert, sondern ebenso um den zusätzlichen ästhetischen Gewinn. Besonders augenfällig ist die bessere Orientierung zur Treppe hin sowie der insgesamt helle Gesamteindruck des Raumes. Ein weiterer Vorteil findet sich in der Außenwirkung des Foyers. Am Abend bietet das Foyer mit der zweigeschossigen Wandflutung einen repräsentativen Blick von außen nach innen, der die Fassade transparent wirken lässt. Die großflächige Flutung der Wand hinter der Treppe eignet sich zudem hervorragend, um beispielsweise das Unternehmenslogo oder Kunstwerke dort in Szene zu setzen. Im Hinblick auf die Selbstdarstellung wirkt diese qualitative Lichtplanung hochwertiger und moderner als das konventionelle Konzept und leistet somit auch einen wichtigen Beitrag zur Kommunikation der Marke.


Wenn Licht begrüßt. Mit qualitativer Lichtplanung Foyers attraktiv gestalten.

Die differenzierten Lichtwerkzeuge bei der qualitativen Lichtplanung ermöglichen einen höhere Effizienz. Die Anzahl der Leuchten sowie die Anschlussleistung fällt günstiger aus als bei der quantitativen Planung. Das Resultat überzeugt schließlich durch einen geringen Energiebedarf pro Fläche.

Zusammenfassung: Mit Licht adäquat begrüßen

Mit dem Perspektivwechsel von einer quantitativen, auf Normen ausgerichteten Lichtplanung hin zu einem qualitativ orientierten Foyerentwurf entsteht durch diese attraktivere Lichtlösung nicht nur ein Mehrwert für die Besucher. Vielmehr lässt sich für den Bauherren auch eine Senkung der Investitions- und Betriebskosten erreichen. Beim Betreten des Foyers ist die Beleuchtung der Wände zum Beispiel mittels Wandflutung eine wichtige Strategie für einen hellen Raumeindruck. Die Einteilung in Zonen wie Information, Verkehrsfläche und Wartebereich hilft, in Foyers auf ineffiziente Verallgemeinerungen, die von Maximalforderungen hinsichtlich Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit ausgehen, zu verzichten und jeweils eine effiziente sowie attraktive Lösung zu entwickeln. Für eine hohe Akzeptanz bei den Besuchern empfiehlt es sich, auf guten Sehkomfort zu achten, indem beispielsweise enge Lichtstärkeverteilungen sowie gut abgeblendete Leuchten zum Einsatz kommen. Da Foyers einen ersten repräsentativen Eindruck von einem Unternehmen oder einer Institution vermitteln, lässt sich Beleuchtung hervorragend als Medium nutzen, um nicht nur Funktionen sichtbar zu machen und Orientierung zu bieten, sondern Licht als Inszenierung für das Erscheinungsbild einer Marke zu begreifen.



Beleuchtungsempfehlungen für Foyers

- Die Akzentuierung wichtiger Elemente wie Rezeption, Treppenaufgang und Aufzüge erleichtert die Orientierung.
- Durch die Flutung der Wände wird ein hellerer und großzügiger Raumeindruck generiert.
- Die Beleuchtung der Wand gegenüber des Eingangs schafft Raumtiefe und leistet einen wichtigen Beitrag für die Außenwirkung des Foyers.
- Ein spezielles Lichtkonzept für Wartezonen mit Akzentbeleuchtung kann eine private Atmosphäre innerhalb eines großen Foyers mit Grundbeleuchtung entstehen lassen.
- Die Akzentbeleuchtung von Objekten oder Zonen sollte mindestens einen Kontrast von 1:5 zur Umgebung aufweisen, um für das Auge deutlich wahrnehmbar zu sein.
- Speziell in hohen Foyers empfiehlt es sich, auf guten Sehkomfort zu achten und enge anstelle breiter Halbstreuwinkel sowie hohe Abblendwinkel zu verwenden, um eine Direktblendung durch die Leuchten zu vermeiden.
- Über Lichtsteuerung und Tageslichtsensoren lässt sich der Energieverbrauch optimieren und das Beleuchtungsniveau optimal auf die Tag- und Nachtsituation abstimmen.

 
Wenn Licht begrüßt. Mit qualitativer Lichtplanung Foyers attraktiv gestalten.

Dr. Thomas Schielke

Dr. Thomas Schielke studierte Architektur an der Technischen Universität Darmstadt, Deutschland. Er arbeitet seit mehr als 10 Jahren als Redakteur für didaktische Kommunikation bei dem Leuchtenhersteller ERCO und ist Koautor des Studienbuches „Lichtpositionen zwischen Kultur und Technik“.