Fondation Beyeler

Der Basler Galerist Ernst Beyeler gehört unbestritten zu den wichtigsten zeitgenössischen Kunsthändlern und
-sammlern.

Bereits 1991 betraute seine Stiftung, die Fondation Beyeler den Genueser Architekten Renzo Piano mit der Erarbeitung des Baukonzeptes für ein Sammler-Museum.

Eingebettet in den Berowerpark im Basler Vorort Riehen, neben der Berower-Villa aus dem 18. Jahrhundert, in der das Restaurant und die Verwaltung untergebracht sind, scheint der Neubau dem Wunschtraum von einem Museum zu entsprechen, da er offensichtlich kein anderes Ziel hat, als den Kunstwerken ein durch Zurückhaltung förderlicher Hintergrund zu sein.

Renzo Piano hat in enger Auseinandersetzung mit der Sammlung, dem Stifter und dem Ort ein ideales Gebäude für die Präsentation alter und moderner Kunst geschaffen.

Der Bau ist 127 m lang und erinnert in seiner langgestreckten Form an ein Schiff. Vor dem Lärm der verkehrsreichen Straße wird das Museum durch eine mit Porphyr verkleidete Mauer geschützt.

Vier Tragmauern, die in einem Abstand voneinander von je 7m von Norden nach Süden verlaufen, prägen den Grundriss des Gebäudes. Verstellbare Zwischenwände schaffen ca. 19 rechteckige, ebenerdige Räume mit einer Ausstellungsfläche von 2700 qm.

Das Außergewöhnliche an der Architektur ist, daß sie aus zwei gegensätzlichen Grundmotiven besteht: feste, langgezogene Mauern, über denen das leichte Glasdach schwebt. Wie ein 4000 qm großer Baldachin überdeckt die komplexe Dachkonstruktion die Säle. 864 als Sheds angeordnete Brise-Soleils dienen als Sonnenschutz.

Zum Park öffnet sich der Bau mit einem Wintergarten und schafft somit eine direkte Beziehung zwischen Innen und Außen. Sämtliche Außenmauern sind in farblicher Anlehnung an den Sandstein des Basler Münsters mit rotem Porphyrstein aus Patagonien verkleidet.

Durch die Klarheit der Architektur kann sich der Blick vollkommen auf die Kunst konzentrieren. Es gibt keinen vorgeschriebenen Parcours, der Besucher flaniert durch die Säle und läßt sich von den Raumöffnungen leiten. Nur ganz wenige Museen können sich den Luxus leisten, Kunstwerke so großzügig zu präsentieren wie es in der Fondation Beyeler der Fall ist.

Castor Strahler kommen auch in den Räumen des Untergeschosses zur Anwendung - mit Transadaptern an 3-Phasen-Stromschienen montiert, kombiniert mit Downlights und Einbau-Wandflutern für kompakte Leuchtstofflampen.

Dank der verglasten Stirnseite des Museums präsentieren sich Werke wie Rodins bronzener Männertorso vor einer Kulisse aus Garten und Wasserspiegel.
Warmes, gerichtetes Licht modelliert einzelne Skulpturen - es stammt aus abgependelten Castor Strahlern für Niedervolt-Halogenlampen.

Als außenliegender Sonnenschutz dient eine Shedkonstruktion. Die schrägen, auf der Rückseite weiß emaillierten Glaspaneele mindern die direkte Sonneneinstrahlung, lassen jedoch das diffuse Nordlicht ungehindert in die Ausstellungsräume.

Verborgen hinter einem 'Velum' - einem mit transparentem Stoff bespannten Metallraster - hellen Optec Fluter die vertikalen Flächen gleichmäßig auf. In Kombination mit dem gefilterten zenitalen Tageslicht entstehen so wesentlich günstigere Kontrastverhältnisse im Raum als bei einer konventionellen Oberlicht-Konstruktion.

Eine weitere Verglasungsebene schließt einen 1,40 m hohen Luftraum ab, der für den Temperaturausgleich im Winter beheizt werden kann und als Hohlraum für technische Installationen dient. Hier befinden sich die Beleuchtungseinrichtungen und die sensorgesteuerten, beweglichen Lamellen zur automatischen Regulierung des natürlichen Lichts.

Baselstrasse 101, CH-4125 Riehen / Basel
Tel.: +41 61 645 97 00
Fax.: +41 61 645 97 19

Täglich von 10.00 - 18.00 Uhr
Mittwochs bis 20.00 Uhr

www.beyeler.com
fondation(at)beyeler.com

Architekt: Renzo Piano
www.rpwf.org

Geschichte der Sammlung
In den vergangenen 50 Jahren etablierte sich Ernst Beyeler als einer der renommiertesten Kunsthändler für die klassische Moderne. Beyelers Karriere begann Anfang der 40er Jahre. Als Student der Ökonomie und Kunstgeschichte arbeitete er als Aushilfe im Antiquariat Oskar Schloss. Nach dem Tod seines Mentors übernahm er das Geschäft, wandelte aber 1947 den Buchhandel in einen Kunsthandel um. Als erstes stellte er japanische Holzschnitte aus. Es folgte Grafik von Albrecht Dürer und Rembrandt, Henri de Toulouse-Lautrec und Paul Klee. Nach Zeichnungen von Auguste Rodin und Pablo Picasso präsentierte er 1951 erstmals Malerei von Pierre Bonnard, Paul Gauguin und Henri Matisse. Wie viele Kunsthändler seiner Generation entwickelte sich Ernst Beyeler zu einem großen Sammler. Heute umfaßt seine Sammlung annähernd 160 Bilder und Skulpturen von 33 Künstlern. Zu Beginn gelangten hauptsächlich Werke, die sich nicht verkaufen ließen, in die Sammlung - so Kandinskys 'Improvisation 10' (1910). Dann kamen die Kunstwerke hinzu, die Beyeler nicht mehr verkaufen wollte. Wie umfangreich und bedeutend die Kollektion wirklich ist, wurde der Öffentlichkeit und angeblich auch dem Sammler erst klar, als sie 1989 auf Einladung des spanischen Kultusministers im Centro de Arte Reina Sofia Madrid präsentiert wurde. 1993 war sie dann in der Berliner Nationalgalerie zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt existierte bereits die Idee, ein eigenes Museum für die Sammlung zu bauen. 1991 wurde Renzo Piano von der Fondation mit der Erarbeitung des Baukonzeptes betraut. Weniger als zwei Jahre nach Eröffnung des Museums im Herbst 1997 wird der Bau um 12 Meter verlängert. Dadurch vergrössert sich die Ausstellungsfläche um 458 auf neu 3764 qm.

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