Guggenheim Museum

Umgeben von Industriebrachen, Schnellstraßen und Hafenanlagen schraubt sich das Guggenheim Museum Bilbao empor. Frank O. Gehry bewies mit diesem Gebäude, wie nachhaltig Architektur eine Stadt in den Fokus der Weltöffentlichkeit rücken kann. Er schuf ein unübersehbares, wuchtiges Wahrzeichen für Bilbao, so einprägsam wie der Eiffelturm in Paris.

Das Gebäude mit seinen expressiven Formen verändert ständig seine Erscheinung: Jede Perspektive zeigt ein neues Bild, jede Veränderung der Lichtverhältnisse reflektiert sich auf der schimmernden Haut aus Titanblech.

Das 50 Meter hohe Atrium ist der Mittelpunkt des Gebäudes. Es wirkt wie ein Material- und Formkonzentrat des gesamten Gebäudes: Stein, Glas, Titan, Kurven, gerade Linien, Undurchsichtigkeit und Transparenz finden zu einem sinnlichen Zusammenspiel. Von hier aus erschliessen Brücken, Lifts und Treppentürme die Galerien wie auch die Verwaltungs- und Nebenräume.

Als Dependance des New Yorker Guggenheim Museum gegründet, wird das Haus in Bilbao vor allem aus dem reichen Fundus der Sammlung bespielt. Die baskische Regierung stellt aber auch einen Ankauf-Etat zur Verfügung. Jim Dines dreifache "Red Venus" gehört mit zu den ersten Ankäufen des Museums.

Das Raumprogramm des Museums umfasst "klassische" Säle ebenso wie weniger konventionelle Räumlichkeiten, die für ortsspezifisch konzipierte Kunstwerke prädestiniert sind. Ungewöhnlich großzügigen Raum für monumentale Arbeiten bietet die gigantische freitragende Halle, 130 Meter lang und 30 Meter breit.

Eine frühe Entwurfsskizze von Frank O. Gehry dekoriert einem Logo gleich die Blende über dem Tresen im Museumscafe. Der Blick in Gehrys Büro in Santa Monica (unten) macht deutlich, welche große Rolle Modelle im Entwurfsprozess spielen. Die im Modell gefundenen Formen werden anschliessend in CAD-Programme aus der Flugzeugindustrie übertragen, und dort zu konstruktionsreifen Plänen weiterbearbeitet.

Nach Sonnenuntergang strömt warmes Licht aus den verglasten Schlitzen und Durchbrüchen der Außenhaut des Guggenheim Museums, und der Widerschein auf der schuppigen Oberfläche betont die plastische Gestalt des Bauwerks. Mehr noch als bei Tag erweckt das neue Wahrzeichen der baskischen Metropole im Dunkeln den Eindruck eines lebendigen Organismus.

Zur Montage der Beleuchtung in den extrem dimensionierten Räumen des Museums dienen abgehängte Beleuchtungsbrücken, sogenannte Catwalks. Sie sind ein klar abgesetztes, technisches Element innerhalb der Architektur. Die hohen Decken erforderten besonders leistungsfähige Werkzeuge für die Akzentbeleuchtung. Viele Merkmale der speziell für dieses Projekt konstruierten Strahler, wie die Snoot mit Filterkassette oder die separaten Betriebsgeräte, flossen in die Entwicklung der Stella Strahlerserie mit ein. Die Wahl der Lampentypen ist von der amerikanischen Lichtkultur geprägt: QR111 Niedervolt-Halogenlampen sowie PAR38 und PAR56 Reflektorlampen kommen zum Einsatz.

Durch Einschnitte in der Dachhülle dringt zenitales Tageslicht in viele Museumsräume. Ausreichend, um den Besucher nicht von den Außenlichtverhältnissen, den Tages- und Jahreszeiten abzukoppeln - aber zuwenig, um die Kunstwerke angemessen auszuleuchten. In den meisten Fällen ist zusätzliches Kunstlicht notwendig.

Weitere Planungsbeteiligte:

Bauleitung: IDOM, Bilbao
Tragwerksplanung: Skidmore, Owings & Merrill, Chicago

Fläche: ca. 24 000 m², davon 11 000 m² Ausstellungsfläche in 19 Galerien.

Fertigstellung: Herbst 1997

Adresse:
Abandoibarra Et. 2
48001 Bilbao
Spanien

Info-Telefon (+34) 94 435 90 80,


Weitere, aktuelle Informationen auf der Website des Museums unter:
www.guggenheim-bilbao.es

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