Archiv der Avantgarden – Blockhaus, Dresden: Licht für Archiv und Ausstellungen


LED-Technik von ERCO für flexible Ausstellungs- und funktionale Architekturbeleuchtung
Das imposante „Blockhaus“ am Neustädter Elbufer Dresdens, ursprünglich im 18. Jahrhundert als Wachhaus konzipiert, gehört heute zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Es beherbergt nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten das „Archiv der Avantgarden“ – eine hochkarätige Sammlung, die unter anderem bedeutende Kunstwerke der klassischen Moderne umfasst und einen faszinierenden Einblick in die avantgardistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts bietet. Stifter des enormen Konvoluts von etwa 1,5 Millionen Objekten ist der Sammler Egidio Marzona. Die Gemälde und Grafiken, Bücher, Plakate und sonstigen Artefakte sind nicht nur für Kunstfans interessant, sondern dürften auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern noch ein weites Betätigungsfeld bieten.
Das Blockhaus selbst blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Der Bau wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und erst ab 1978 wieder aufgebaut und genutzt, zunächst als „Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“. Heute steht von der historischen Substanz nur noch die Fassade. Den Wettbewerb für den Umbau gewann das Berliner Büro Nieto Sobejano Arquitectos mit der Idee, im Inneren ein „Haus im Haus“ aus Sichtbeton zu errichten. Ihr Entwurf entwickelt skulpturalen Charakter: Das Erdgeschoss dient als Ausstellungsfläche, während ein darüber schwebender Betonkubus das eigentliche Archiv beherbergt. Zwischen Kubus und Fassade entsteht ein offener, leerer Raum. Er enthält eine freistehende Wendeltreppe zur Erschließung der Archivzugänge und der Ebenen mit Arbeitsplätzen für Besucher und Personal.


Für die neue Beleuchtung wählte Kai-Uwe Metzler, Elektriker und Ausstellungsbeleuchter bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Stromschienen und Parscan Strahler von ERCO. Diese Kombination ermöglicht ihm eine flexible und präzise Beleuchtung der heterogenen Sammlung, die sensibel auf die unterschiedlichen Anforderungen der Exponate eingeht. Eine besondere Herausforderung stellt zum Beispiel die von den Kuratoren gewünschte Hängung von Grafiken und Ölgemälde direkt nebeneinander dar: Sie erfordern unterschiedliche Lichtstärken und Lichtqualitäten. Dazu kombinierte Metzler eine weiche Grundbeleuchtung mit schonenden 50 Lux für die Arbeiten auf Papier mit einem Framing-Effekt auf den Ölgemälden. Diese können bis zu 200 Lux ausgesetzt werden und gewinnen durch das brillante Licht an Plastizität.


Das Onboard-Dimming-System mit Drehregler direkt am Strahler gewährleistet dabei eine einfache manuelle Anpassung der Lichtstärke für die niedriger angebrachten Strahler. Die höher positionierten Strahler werden dagegen drahtlos, via Casambi Bluetooth gedimmt. Ungewöhnlich, aber funktional: Auch das Notlicht ist in die Schienenbeleuchtung integriert. Dafür modifizierte man mit dem Service „ERCO individual“ silberne Pollux Strahler mit einer separaten Notstromversorgung – für ein Erscheinungsbild wie aus einem Guss. Die Ausstellung selbst profitiert von Wabenrastern als Blendschutz für die Strahler, um minimale Leuchtdichten an der Decke zu gewährleisten. Schienen und Strahler in Silber harmonieren ausgezeichnet mit dem Grauton des Sichtbetons und dem modernen, schlichten Auftritt des Innenraums.






Damit wird die Beleuchtung des Blockhauses zum gelungenen Beispiel, wie breitbandig Lichtlösungen von ERCO alle Aufgaben von der Ausstellungs- über die Architektur- bis zur Bürobeleuchtung abdecken können. Die sorgfältige Planung und Ausführung tragen zusätzlich dazu bei, die außergewöhnlichen Exponate optimal zur Geltung zu bringen und den Besuchern einen bleibenden Eindruck zu verschaffen.

