Gymnicher Mühle, Erftstadt

Interaktive Ausstellung im KM 51 – Erftmuseum mit ERCO LED-Beleuchtung.

Wie wäre es, gleich Moses trockenen Fußes durch Wasser zu laufen? Welche Eindrücke würden Flora und Fauna vermitteln? Wie ändert sich die Wasserfarbe mit zunehmender Tiefe? Wie sieht Schilfgras in seiner gesamten Länge aus? Und wie fängt ein Biber einen Fisch? Die Antworten auf Fragen wie diese vermittelt der „Flusskörper“ im KM 51 – Erftmuseum. Die Ausstellungsinstallation besteht aus einem länglichen Raum, der begehbar ist. Mit Grafiken und Exponaten werden Querschnitte durch einen Fluss mit seiner Tier- und Pflanzenwelt dargestellt. Auf diese Weise erhalten die Museumsbesucher Einblicke, die sonst Tauchern vorbehalten sind.

What might it be like to follow the footsteps of Moses passing through the waters on dry ground? What would be the impression of flora and fauna along the way? How does the colour of water change with its depth? What do reeds look like over its full length? And how does a beaver catch fish? These and many other questions are answered in the “Flusskörper” at the KM 51 – Erftmuseum. Simulating a watery river run, the installation is designed as an oblong walk-in room with graphics and exhibits presenting cross sections of a river with its abundance of animal and plant life. The room gives perspectives to visitors that are otherwise reserved only for divers.

Empfangsbereich im KM 51 – Erftmuseum in der Gymnicher Mühle mit ERCO Lichtlösungen.
Gymnicher Mühle Museum in Erftstadt, ein historisches Wassermühlengebäude mit interaktiven Ausstellungen.

Naturparkzentrum mit Mühle im Erholungsgebiet Kölns

Die Gymnicher Mühle liegt am Flusskilometer 51 der Kleinen Erft, einem Nebenfluss des Rheins in der Nähe von Köln. Die Wassermühle diente zum Mahlen von Getreide und zum Pressen von Ölen. Archäologische Ausgrabungen lassen vermuten, dass sie bereits im 9. Jahrhundert existierte. Die Mühle gehörte der Abtei Siegburg und wurde durch die Herren von Gymnich betrieben. Im Laufe der Jahrhunderte verlagerten sie den Standort der Mühle um ein paar Kilometer, bauten das Wohn- und Mühlenhaus aus und regulierten das Flussbett. 1948 erfolgte schließlich die Stilllegung der Gymnicher Mühle, wobei die technischen Einrichtungen bis auf das Mühlrad und die wasserbaulichen Anlagen entfernt wurden. Seit 1984 steht das dreiflügelige Gebäude unter Denkmalschutz. 2005 erwarb der Mühlenverband Rhein-Erft-Ruhr das gesamte Anwesen und baute es zu einem Naturparkzentrum aus, zu dem auch das KM 51 – Erftmuseum gehört. In den Ausstellungsräumen wird nun auf über 450 Quadratmetern der 103 Kilometer lange Weg der Erft von der Quelle bis zur Mündung dargestellt. Zwölf interaktive Stationen vermitteln regionale Besonderheiten mit Verweisen auf globale Fluss- und Wasserthemen.

Biber-Exponat im KM 51 – Erftmuseum, das die Flussökologie in der Gymnicher Mühle zeigt.
Gymnicher Mühle Museum: Interaktive Ausstellung mit ERCO LED-Beleuchtung in historischer Wassermühle.
ERCO Lichtdesign im KM 51 – Erftmuseum: Lichtinszenierung des Flusskörpers in historischer Wassermühle.
Drahtskulptur im KM 51 – Erftmuseum, beleuchtet mit ERCO LED-Strahlern, Teil der interaktiven Ausstellung in der Gymnicher Mühle.

Historisches Fachwerkhaus behutsam mit Stromschienen ausgestattet

Die zuständigen Ausstellungsdesigner mgp ErlebnisRaumDesign beauftragten das Büro Inlux mit der Konzeption einer atmosphärischen, szenographischen Lichtplanung. In das denkmalgeschützte Fachwerkhaus wurden Stromschienen von ERCO eingebaut, bestückt mit den Strahlern Pollux und Optec, die sich über DALI ansteuern lassen. Die Inszenierung beruht auf dramatischen Hell-Dunkel-Kontrasten, welche die Blicke der Besucher von Exponat zu Exponat führen. Dank der eigens entwickelten LED-Lichttechnik von ERCO entstehen präzise definierte Licht-und-Schattenspiele, welche die baulichen Besonderheiten des historischen Gebäudes hervorheben - etwa beim Beleuchten des Dachstuhls, in dem ein Teufelchen sitzt. "Eine umfassende und behutsame Planung zur Verortung von Stromschienen im Altbau der Gymnicher Mühle schafft im Projekt eine Infrastruktur, die auch bei einer Umverteilung von Exponaten stets eine neue, passende Möglichkeit der Beleuchtung garantiert", schlussfolgert Florian Reißmann von Inlux. Einen Blickfang bietet die magisch strahlende Lichtwelle: wie von selbst leuchtende Drähte ziehen sich in der Form eines Bachs durch mehrere Räume, fließen über ein ausgestelltes Mühlenrad, durch den Flusskörper und zwischen dem Gebälk des Bauwerks hindurch.

Gymnicher Mühle Museum: Interaktive Ausstellung mit ERCO Licht zur Flussgeschichte.
Gymnicher Mühle Museum: ERCO LED-Beleuchtung akzentuiert die historische Wassermühle und die Flussausstellung.

Dezente und flexible Museumsbeleuchtung dynamisch inszeniert

Im Foyer befindet sich eine dynamische Lichtinszenierung, bei der eine Audiodatei die Beleuchtung von Ausstellungsstücken steuert. Die Herausforderung lag in der Programmierung der Schnittstelle zwischen Mediensteuerung und DALI. "Die Mediensteuerung kommt aus dem Theater und benutzt eigene Protokolle", erklärt Reißmann. "Mit Strahlern aus der Theaterwelt wiederum lässt sich keine dezente und flexible Museumsbeleuchtung realisieren." Die Inszenierung umfasst beispielsweise eine Glocke, die auf den ersten Blick hin und her schwingt. Jedoch wird sie, durch den Takt der Glockenschläge gesteuert, von zwei Strahlern so beleuchtet, dass nur ihr Schatten von einer zur anderen Seite wandert.

KM 51 – Erftmuseum Ausstellung mit ERCO Licht lenkt den Besucher durch interaktive Installationen in einer historischen Wassermühle.
Interaktive Ausstellung im KM 51 – Erftmuseum mit ERCO LED-Beleuchtung.

Ein Klecks an der Wand als Glücksbringer

Ein besonderes Exponat verdeutlicht die Naturverbundenheit der Ausstellungsmacher. Während die Mühle stilllag, hatten sich darin Schwalben eingenistet. Beim Umbau zum Museum flogen sie bei offenen Fenstern weiterhin in das Gebäude hinein. Die Malerarbeiten waren gerade beendet, da ließ eine Schwalbe ein Erinnerungsstück fallen. „Aus dem Flug fiel ein `Glücksbringer` direkt auf die blau gestrichene Wand“, erinnert Reißmann. Die Planer entschieden sich dafür, die Geschichte in die Ausstellung einzubinden, akzentuiert durch einen Strahler – der dafür eigentlich nicht geplant war.

Kinder betrachten die Flusskarte im KM 51 – Erftmuseum, beleuchtet mit ERCO LED-Strahlern.