Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen: Licht zwischen Inszenierung und Konservierung

Museumsausstellung mit Spielkarten

Mitten in der historischen Altstadt von Schaffhausen vereint das Museum zu Allerheiligen Archäologie, Geschichte, Kunst und Naturwissenschaft unter einem Dach. Untergebracht in der Anlage des ehemaligen Benediktinerklosters Allerheiligen, verbindet das Haus mehr als 1.000 Jahre Baugeschichte mit modernen Ausstellungsformaten. Seine Besonderheit ist die außergewöhnliche thematische Vielfalt: Naturmuseum, Kunstmuseum und kulturhistorisches Museum sind hier in einem gemeinsamen Gebäudeensemble vereint.

Unterschiedliche Räume, gemeinsame Anforderungen

Die Vielfalt der Sammlungen spiegelt sich auch in den Ausstellungsräumen wider. Vom lichtdurchfluteten Oberlichtsaal über klassische Kunstgalerien und White-Cube-Bereiche bis hin zu Sonderausstellungen und Museumsshop stellt jeder Bereich eigene Anforderungen an die Beleuchtung. Gleichzeitig müssen wertvolle Kunstwerke, historische Objekte und naturkundliche Exponate dauerhaft geschützt werden. Die Beleuchtung sollte daher nicht nur Ausstellungen wirkungsvoll inszenieren, sondern ebenso konservatorische und denkmalpflegerische Vorgaben erfüllen.

Rote Wand mit Gemälden, davor eine Person.
Museum Innenraum mit Rundbogen und Person.
Museumsshop mit Tischen und Wandregalen voller Bücher und Souvenirs.
Ausstellungsraum mit altem Kachelofen.
Präpariertes Mammut in Ausstellungsraum.
Präparierter Bär in Ausstellungsraum.

Schonende Beleuchtung zum Schutz wertvoller Exponate

Gerade in Museen und Ausstellungen ist Licht weit mehr als ein gestalterisches Mittel. Es entscheidet darüber, wie Objekte wahrgenommen werden, beeinflusst die Orientierung im Raum und trägt wesentlich zur Atmosphäre bei. Gleichzeitig kann Licht empfindliche Exponate schädigen. Im Museum zu Allerheiligen lag ein besonderer Fokus auf dem Ersatz der bestehenden Halogenbeleuchtung durch eine moderne LED-Lösung.

Frontansicht auf ein präpariertes Mammut, daneben Betrachter.

Ziel war es, die hohen gestalterischen Qualitäten der bisherigen Beleuchtung zu erhalten und gleichzeitig die konservatorischen Anforderungen des Museums optimal zu erfüllen und zu verbessern. Durch ein ausgewogenes Lichtspektrum mit reduzierten Blauanteilen wird die Belastung lichtempfindlicher Exponate minimiert, während Farben authentisch und differenziert wiedergegeben werden. So lassen sich Kunstwerke wirkungsvoll präsentieren und gleichzeitig langfristig schützen.

Flexibilität für wechselnde Ausstellungen

Da sich Ausstellungen regelmäßig verändern, war ein hohes Maß an Flexibilität gefordert. Die eingesetzten ERCO Lichtwerkzeuge ermöglichen eine präzise Anpassung an unterschiedliche Exponate und Raumsituationen. Zoom- und Konturenstrahler setzen Kunstwerke gezielt in Szene, während homogene Wandflutungen insbesondere in den White-Cube-Räumen für eine ruhige und gleichmäßige Ausleuchtung sorgen. In ausgewählten Bereichen kommen zudem RGBW-Lichtlösungen zum Einsatz, die zusätzliche gestalterische Möglichkeiten eröffnen und individuelle Inszenierungen unterstützen.

Ansicht einer Installation eines Kartendecks vor grüner Wand.
Ausstellungsraum mit grüner Wand und Kartendeck-Kunstintallation.
Grüne Wand mit Bildern, Betrachter davor.

Zusätzliche Flexibilität bietet die Casambi Bluetooth-Steuerung. Unterschiedliche Lichtszenen können einfach digital angepasst und auf wechselnde Ausstellungen oder Tageslichtsituationen abgestimmt werden. So entsteht ein Beleuchtungskonzept, das sowohl aktuellen als auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird.

Weißer Ausstellungsraum mit Gemälde und Skulptur.

Moderne Lichttechnik in historischer Architektur

Die denkmalgeschützte Architektur des ehemaligen Klosters stellte weitere technische Anforderungen. Mit dem abgependelten Hi-trac Stromschienensystem ließ sich eine moderne und zugleich zurückhaltende Beleuchtungslösung realisieren, die die historische Bausubstanz respektiert und dennoch maximale Gestaltungsfreiheit bietet. Da keine großen Eingriffe in die denkmalgeschützte Architektur erforderlich waren, passte sich die Beleuchtung konsequent den räumlichen Gegebenheiten an – und nicht umgekehrt. Das modulare Lichtsystem ermöglicht es dem Museum, auf zukünftige Ausstellungswechsel flexibel zu reagieren und unterschiedliche Leuchten innerhalb eines durchgängigen Systems einzusetzen.

Ausstellungsraum mit großem Ziffernblatt.
Gang in einem Museum mit runden Steinfenstern und Mann, der sich durch Raum bewegt.
Mann schaut sich Ausstellungstische im Museum an.

Ein Museumserlebnis, das verbindet

Das Lichtkonzept verbindet die unterschiedlichen Sammlungsbereiche des Museums zu einem stimmigen Gesamterlebnis. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf Kunstwerke und Exponate, unterstützt die Orientierung in den historischen Räumen und sorgt für eine angenehme Atmosphäre. Gleichzeitig erfüllt es die hohen konservatorischen Anforderungen eines Museums, das Kunst, Geschichte und Natur gleichermaßen bewahrt und vermittelt.

 Im Museum zu Allerheiligen wird Licht damit zum verbindenden Element zwischen historischer Architektur, wertvollen Sammlungen und zeitgemäßer Museumsinszenierung.

Außenansicht mit kleinen, Licht durchfluteten Fenstern eines Museums.
Außenansicht mit Eingang eines Museums.
Eingang eines Museums.
Panorama Ansicht eines Museums von Außen.