Neues Licht von ERCO für den Barocksaal der Stiftsbibliothek Sankt Gallen


In einer der ältesten und bedeutendsten Bibliotheken der Welt setzen ERCO Lichtlösungen wertvolle Schriftstücke denkmalschutzkonform in Szene.
Zahlreiche grundlegende Werke der europäischen Geistesgeschichte werden in der Stiftsbibliothek Sankt Gallen aufbewahrt. Das Herzstück der Sammlung bildet das weitgehend am Ort entstandene Korpus frühmittelalterlicher Handschriften aus dem 8. bis 11. Jahrhundert. 1983 von der UNESCO ins Verzeichnis des Weltkulturerbes aufgenommen, gehört die Stiftsbibliothek heute zu den führenden Museen der Schweiz und wird jährlich von beinahe 200.000 Gästen besucht. Ihren wertvollen Bücherbestand sowie wechselnde Ausstellungen im barocken Büchersaal beleuchten ERCO LED Strahler an individuell gefertigten Stromschienen.
Der Barocksaal der Stiftsbibliothek wurde von 1758 bis 1767 erbaut. Er wird als der schönste nicht-kirchliche Barockraum der Schweiz und als einer der in ihrer Form vollendetsten Bibliotheksbauten der Welt angesehen. Der Saal ist in der Form einer fünfjochigen Wandpfeilerhalle angelegt. Auf halber Höhe befindet sich rund um den Saal herum eine Galerie. In der Länge wechseln sich Bücherschränke und Fensternischen wellenförmig ab. Die Pfeiler sind in die Halle eingerückt und an den Ecken mit korinthischen Ziersäulen verstärkt. Zwischen solchen und flachen Pilastern stehen die Bücher in vergitterten Büchergestellen. Besonders schützenswert ist der historische Fußboden, daher darf der Saal nur mit Filzpantoffeln betreten werden.

Eine prunkvolle, mit kunstvollen Stuckaturen und Gewölbebildern ausgestattete Decke krönt den Barocksaal und erscheint als hellste Fläche im Raum. Die Saaldecke ist Hingucker und gleichzeitig Licht-Reflektor für die Raummitte. Wegen besonders lichtempfindlicher Exponate in den dort platzierten Vitrinen darf dieser Bereich aus konservatorischen Gründen nicht direkt beleuchtet werden. „Wir haben also eine Beleuchtung geschaffen, die sozusagen an den Wänden und der Raumdecke `klebt`, ohne die Raummmitte direkt zu beleuchten,” so Lichtplaner Andreas Gut, der für das neue Beleuchtungskonzept der Bibliothek verantworlich zeichnet. „Der Denkmalschutz forderte zudem für den Barocksaal eine gleichmäßig erscheinende Beleuchtung mit möglichst unauffälligen Leuchten.”

Auf der Galerie, die nicht öffentlich zugänglich ist und auf der die Nischen nicht beleuchtet werden mussten, wurden einzelne Eclipse Strahler in Minirail Punktauslässen in den Holzboden eingelassen und mit Metalleinhausungen trittgeschützt.

Um Blendung zu vermeiden und Lichtpunkte nicht direkt sehen zu können, wurden die Eclipse Strahler wo nötig mit Wabenraster, Abblendelemente mir wabenförmiger Struktur, versehen. Dadurch wird der Lichtkegel begrenzt.

Andreas Gut erreicht das über eine Akzentbeleuchtung der historischen Einbauten und Bücherregale mit vielen einzelnen Strahlern, die im Gesamteindruck homogen wirkt. In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz entschied er sich für eine möglichst kleine LED Strahlerfamilie von ERCO, die verschiedene Lichtverteilungen in einem einheitlichen Design zur Verfügung stellt. Schwarze Eclipse 48V Strahler in Größe XS beleuchten die Bücherregale und die darin versammelten wertvollen Schriftstücke durchweg in Warmweiß 3000K. Montiert werden die Strahler an einer speziell angefertigen gebogenen Minirail 48V Stromschiene entlang der Galerieunterseite. Der Service “ERCO individual” bietet passgenaue Sonderanfertigungen für spezielle Anforderungen im Projekt.




„Das System aus mit austauschbaren Spherolitlinsen zu bestückenden Strahlern erlaubt eine große Flexibilität der Beleuchtung, insbesondere im Hinblick auf wechselnde temporäre Ausstellungen im Saal,” erklärt der Lichtplaner die Entscheidung für die Produkte von ERCO. „Dabei war wichtig, dass man das Licht und nicht die Leuchten wahrnimmt.” Die filigrane schwarze Minirail 48V Stromschiene verschwindet hinter der umlaufenden Holzleiste an der Unterkante der Galerie aus dem Blickfeld; sie passt sich den Schwüngen der Barockarchitektur perfekt an.

„Nur in den ganz engen Radien mussten wir die Stromschiene unterbrechen und den Strom unauffällig mit Kabeln weiterführen,” so Andreas Gut. Auf der Galerie wurden Eclipse Strahler in Minirail Punktauslässe in den Holzboden eingelassen und mit Metalleinhausungen trittgeschützt. Der Boden ist jünger und daher nicht denkmalgeschützt.

Eclipse LED Strahler mit unterschiedlichen Lichtverteilungen schaffen ein flexibel auf wechselnde Ausstellungen und Exponate anpassbares, energieeffizientes Beleuchtungskonzept mit hervorragender Farbwiedergabe.

Mit ihrer schwarzen Gehäusefarbe fügen sich die an schwarzen Minirail Stromschienen installierten Strahler in Größe XS unauffällig in den denkmalgeschützen Saal ein.
Das Beleuchtungsniveau im Raum insgesamt ist nicht hoch, deshalb reichten die kleinen Strahler aus. „50 Lux war als maximale Obergrenze auf Handschriften und empfindlichen Exponaten konservatorisch vorgegeben,” erklärt Silvio Frigg, Leiter Konservierung und Sicherheit bei der Stiftsbibliothek, der das Projekt vor Ort betreut hat. Die gesamte Beleuchtung aus Eclipse Strahlern an Stromschienen rund um die Galerie sowie wenigen vorhandenen Spots auf dem Geländer und linearen Leuchten für die Decke ist über Casambi Bluetooth Steuerung an verschiedene Nutzungsszenarien anpassbar.

„Wir können wählen zwischen vorkonfigurierten Einstellungen für den allgemeinen Museumsbetrieb, für Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder auch Führungen zu einzelnen Schwerpunktthemen,” so Silvio Frigg. Und obwohl nun insgesamt mehr Licht im Raum ist als vor der Neubeleuchtung, blieb der Energieaufwand in etwa gleich – was die Energieeffizienz der ERCO Lichtlösungen unterstreicht.



Kristina Raderschad betreibt seit 2005 ein Redaktionsbüro in Köln. Ausgebildet als Dipl.-Ing. Innenarchitektur, werden ihre Berichte, Reportagen und Interviews zu den Themen Architektur und Design weltweit veröffentlicht – in Magazinen wie AD Architectural Digest, ATRIUM, ELLE DECORATION, HÄUSER, AIT oder WALLPAPER*.