Denken in Beleuchtungsfunktionen
Welche Aufgaben übernimmt Licht in öffentlichen Gebäuden?
Was hält unsere Gesellschaften zusammen, lässt sie funktionieren und macht sie lebenswert? Nicht zuletzt die gemeinschaftlichen Bauten, in denen sich Menschen bewegen, versammeln und austauschen. Bauten der öffentlichen Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Theater, Kongresszentren, Bahnhöfe und Flughäfen: Ihre Architektur, ihre Ausstattung und ihr Zustand spiegeln Anspruch und Wirklichkeit einer Gesellschaft. Hier Neues zu schaffen oder den Bestand zu pflegen, bedeutet für Planer und Entwerfer Chance und Verantwortung zugleich. Sorgfalt und Qualität in jeder Planungsdimension sind entscheidend. Licht übernimmt dabei viel mehr als funktionale Aufgaben, es prägt auch den Charakter und die repräsentative Symbolkraft öffentlicher Bauten.

Die Beleuchtung öffentlicher Gebäude muss unterschiedlichste Anforderungen erfüllen: Raumprogramm und gestalterische Ansprüche bilden, ebenso wie finanzielle Rahmenbedingungen, die Basis für das Lichtkonzept.
Die Anforderungen an das Beleuchtungskonzept erstrecken sich dabei auf verschiedene architektonische Situationen und reichenvon der Fassade mit Eingang und Foyer über die Verkehrszonen wie Treppen und Korridore bis hin zu Multifunktionsräumen und Back-of-House-Bereichen wie Verwaltung, Werkstätten oder Archiven. Um die Qualität der Beleuchtung dabei nicht nach rein quantitativen Kriterien wie Beleuchtungsstärke zu beurteilen, hilft ein Denkmodell mit Beleuchtungsfunktionen. Es rückt die Nutzung einer räumlichen Situation in den Fokus. Diese Zonierung macht einzelne Aufgaben identifizierbar: Soll ein Bereich den Besucher empfangen, bestimmte Inhalte und Werte repräsentieren, Orientierung bieten, durch das Gebäude leiten oder spezifischen Veranstaltungen Raum bieten? Für Planer ist es sinnvoll, sich zu Beginn eines jeden Beleuchtungsprojektes folgende drei Fragen für jeden der benötigten Funktionsbereiche zu stellen:
- Welche architektonische und funktionale Bedeutung hat der Raum oder die Raumzone?
- Welche Aufgaben im Gebäude kann Beleuchtung übernehmen, um allen Nutzern eine positive, identitätsstiftende Erfahrung zu vermitteln?
- Welche individuelle Beleuchtungsstrategie und welche Beleuchtungsarten eignen sich als Grundlage für die Lichtplanung?
Zwei Planungsansätze im Vergleich
Kann Licht in öffentlichen Gebäuden attraktiv und zugleich wirtschaftlich sein
Qualitative Lichtplanung in Foyers
Zonierte Beleuchtung analysiert, wo der Nutzer welches Licht benötigt: Gut abgeblendete Leuchten bei gleichzeitig hohen zylindrischen Beleuchtungsstärken beleuchten die Arbeitsplätze, ermöglichen guten Sehkomfort und schaffen eine gute und dabei angenehme Ausleuchtung der Gesichter. Beleuchtete vertikale Flächen sorgen für einen hellen Raumeindruck und ausgewogene Kontrastverhältnisse bei der Bildschirmarbeit. Die Beleuchtung der Verkehrszone im Mittelgang ermöglicht eine angenehme Orientierung.
Konventionelle Lichtplanung in Foyers
Einer Rasterlösung mit Flächenleuchten fehlt der Bezug zur Sehaufgabe des Nutzers. So werden unterschiedliche Arbeiten mit derselben Beleuchtung erledigt. Diese ist somit nicht optimal auf die Bedürfnisse aller Nutzer abgestimmt - Einbußen hinsichtlich Aufenthaltsqualität und Konzentration sind zu erwarten. Zudem kann der kontrastarme, undefinierte Raumeindruck ermüdend wirken. Nicht zuletzt steigt der energetische Bedarf für eine adäquate Beleuchtung. Erfahren Sie mehr über den Mehrwert wahrnehmungsorientierter Beleuchtung in der ERCO Case Study zur Beleuchtung von Community Räumen!










