Wartungsfaktor
Um eine erforderliche Beleuchtungsstärke über einen Zeitraum zu gewährleisten, sieht die Lichtplanung einen Wartungsfaktor MF (Maintenance Factor) vor, der die Lichtstromabnahme einer Beleuchtungsanlage berücksichtigt. Der Neuwert der Beleuchtungsstärke einer Anlage errechnet sich dabei aus dem Wartungswert der Beleuchtungsstärke und dem Wartungsfaktor. Der Wartungsplan legt die Reinigungsintervalle von Leuchten und Raum sowie den Lampenwechsel fest. Der Wartungswert der Beleuchtungsstärke hängt damit von Leuchten, Lampen und den Raumbedingungen ab.
Der Leuchtenwartungsfaktor LMF (Luminaire Maintenance Factor) berücksichtigt den Rückgang des Leuchtenlichtstromes in Folge der Verschmutzung der Leuchte. Er stellt das Verhältnis des Betriebswirkungsgrades einer Leuchte zum Zeitpunkt der Reinigung zu dem Neuwert dar. Er ist von der Bauform der Leuchte und der damit verbundenen Möglichkeit einer Verschmutzung abhängig. Die LMF-Klassifikation wird jeweils bei der Leuchte angegeben. Für den Wartungsplan gilt es, das optimale Reinigungsintervall zu bestimmen.
Der Raumwartungsfaktor RSMF (Room Surface Maintenance Factor) berücksichtigt den Lichtstromrückgang als Folge der Verschmutzung der Raumbegrenzungsflächen. Er stellt das Verhältnis der Reflexionsgrade der Raumflächen zum Zeitpunkt der Reinigung zu dem Neuwert dar. Er ist von der Verschmutzung des Raumes bzw. der Umgebungsbedingung eines Raumes und einem gewählten Reinigungsintervall abhängig. Ebenso nehmen die Größe des Raumes und die Art der Beleuchtung (direkt strahlend bis indirekt strahlend) Einfluss.
Für den Raumwartungsfaktor liegen vier Klassifizierungen an Raumverschmutzung vor: P pure (sehr sauberer Raum), C clean (sauberer Raum), N normal (normal verschmutzter Raum) und D dirty (verschmutzter Raum).
Der Lampenlichtstromwartungsfaktor LLMF (Lamp Lumen Maintenance Factor) berücksichtigt den Rückgang des Lichtstromes in Folge der Alterung der Lampe. Er ist das Verhältnis des Lampenlichtstroms zu einem bestimmten Zeitpunkt zu dem Neuwert. Die aktuellen Angaben der Lampenhersteller gilt es zu berücksichtigen.
Der Lampenlebensdauerfaktor LSF (Lamp Survival Factor) berücksichtigt die Abweichung der Lebensdauer einzelner Lampen von der mittleren Lebensdauer der Lampen. Er ist abhängig von der Betriebsdauer. Hierbei sind die aktuellen Daten der Lampenhersteller zu berücksichtigen. Beim sofortigen Austausch einer defekten Lampe ist der Lampenlebensdauerfaktor LSF = 1 anzusetzen. Für den Wartungsplan einer Beleuchtungsanlage gilt es, zusätzlich das optimale Lampenaustauschintervall zu bestimmen. Dieses ist nutzungsabhängig und wird durch die Analyse der Brenndauer und der mittleren Lebensdauer der gewählten Lampen ermittelt.




