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Lichtplanung im Prozess: Die Dimensionen der Lichtplanung

Planen Sie die Beleuchtung nach dem Prinzip »Weniger ist mehr«. Setzen Sie so wenig Lichtpunkte wie möglich, aber so viele wie nötig.

Wenn Sie Licht und Architektur gemeinsam denken, entstehen klare, starke Konzepte. Integrieren Sie Licht in Möbel, Vitrinen oder Bauteile und reduzieren Sie damit die Grundbeleuchtung. Nutzen Sie vorhandene Architektur, um die Wirkung, den Sehkomfort und die Atmosphäre in der Realität zu prüfen.

Campus und Innenhof eines Gebäudekomplexes mit Grünflächen
Die vier Dimensionen der Lichtplanung – Lichtplanung im Prozess: Die Dimensionen der Lichtplanung

Stellen Sie Fragen an Ihre Bauherrinnen und Bauherren!

Prozess und Zusammenarbeit

  • Wer übernimmt die Lichtplanung? Architektin und Architekt, Fachplanerin und Fachplaner oder Hersteller.
  •  Gibt es Bedarf an Visualisierungen, Bemusterungen oder sogar Mock-ups?
  •  Ziel: Klarer Ablauf ohne spätere Reibungsverluste

 Eine gute Lichtplanerin oder ein guter Lichtplaner kann diese Fragen klar, konkret und anschaulich beantworten. Nicht nur technisch, sondern auch in Bildern und Wirkungen.

Die vier Dimensionen der Lichtplanung – Die vier Dimensionen der Lichtplanung

Klären Sie frühzeitig, wie die Lichtplanung im Projekt weitergeführt wird.

Legen Sie frühzeitig fest, wer die Lichtplanung verantwortet: das Planungsteam, externe Lichtplanerinnen und Lichtplaner, die Elektroplanung oder der Leuchtenhersteller mit planerischer Unterstützung.

Die vier Dimensionen der Lichtplanung – Die vier Dimensionen der Lichtplanung

Je klarer Aufgaben, Rollen und Entscheidungswege verteilt sind, desto sicherer und effizienter wird der weitere Planungsprozess. 

Definieren Sie die Planungsphasen. Licht benötigt im Entwurf eine andere Tiefe als in der Ausführungsplanung.

Die vier Dimensionen der Lichtplanung – Die vier Dimensionen der Lichtplanung

In der frühen Phase geht es um Atmosphäre, Nutzung, Wahrnehmung und die architektonische Idee.

Später folgen Leuchtenpositionen, Lichtverteilungen, Steuerung, Einbaudetails, Elektroanschlüsse und technische Nachweise.

Die vier Dimensionen der Lichtplanung – Die vier Dimensionen der Lichtplanung

Treffen Sie Lichtentscheidungen nicht erst am Ende. Prüfen Sie frühzeitig, welche Lösungen in den Rohbau, den Deckenaufbau, die Möblierung oder die Elektroplanung eingreifen. 

Einbauleuchten, Stromschienen, Vouten, Wandanschlüsse oder Steuerungssysteme erfordern eine rechtzeitige Abstimmung. Andernfalls entstehen Kompromisse, die die Lichtwirkung schwächen.

Die vier Dimensionen der Lichtplanung – Die vier Dimensionen der Lichtplanung

Nutzen Sie Visualisierungen, um Licht verständlich zu machen. Zeigen Sie Bauherrinnen und Bauherren nicht nur Pläne, sondern auch die Wirkungen: helle und dunkle Zonen, Blickpunkte, Wandflächen, Schatten, Materialwirkung und Atmosphäre.

 

Ergänzen Sie Bemusterungen, wenn Oberflächen, Blendung oder Lichtfarbe von entscheidender Bedeutung sind.

 

Planen Sie Mock-ups ein, wenn Räume besonders hochwertig, komplex oder sensibel sind. Dort lässt sich prüfen, ob Sehkomfort, Modellierung, Farbwiedergabe und Raumwirkung im echten Maßstab funktionieren.

Die vier Dimensionen der Lichtplanung – Die vier Dimensionen der Lichtplanung

So schaffen Sie einen verlässlichen Prozess. Sie machen Lichtentscheidungen nachvollziehbar, binden alle Beteiligten rechtzeitig ein und sichern die Qualität der Architektur bis zur Umsetzung.

Die vier Dimensionen der Lichtplanung – Die vier Dimensionen der Lichtplanung

Checkliste Erstgespräch Lichtplanung

1 Zielbild und Wahrnehmung klären (Was soll gesehen und erlebt werden?)

  • Welche Atmosphäre soll entstehen? (repräsentativ, ruhig, funktional, emotional …)
  • Welche Bereiche sind visuell wichtig? (Eingang, Wege, Exponate, Arbeitszonen …)
  • Wo soll Aufmerksamkeit gezielt gelenkt werden?
  • Gibt es Referenzen oder Beispiele, die die gewünschte Wirkung beschreiben?
  • Ziel: Ein gemeinsames Verständnis von visueller Hierarchie

 

2 Nutzung und Raum verstehen (Wie wird der Raum tatsächlich genutzt?)

  • Welche Nutzungen finden statt? (Arbeiten, Präsentieren, Wohnen, Verkauf …)
  • Zu welchen Tageszeiten wird der Raum genutzt?
  • Welche Sehaufgaben sind relevant? (Lesen, Orientierung, Präsentation …)
  • Welche Materialien und Oberflächen prägen den Raum?
  • Welche Rolle spielt Tageslicht im Entwurf?
  • Ziel: Lichtplanung an reale Nutzung koppeln

 

3 Architektonische Intention aufnehmen (Was ist die Idee des Entwurfs?)

  • Welche räumlichen Qualitäten sollen betont werden?
  • Wo liegen Achsen, Blickbeziehungen, Raumfolgen?
  • Welche Elemente sollen zurücktreten, welche hervorgehoben werden?
  • Wie wichtig ist Inszenierung und Zurückhaltung?
  • Ziel: Licht unterstützt die Architektur – nicht umgekehrt


4 Lichtstrategie definieren (Wie wird das Ziel konzeptionell umgesetzt?)

  • Verhältnis von:
  • Grundlicht (Orientierung) Licht zum Sehen | Atmosphärischem Licht (Wirkung) Licht zum Ansehen |
  • Akzentlicht (Fokus) Licht zum Hinsehen
  • Eher gleichmäßig oder kontrastreich?
  • Soll Licht eher unsichtbar integriert oder bewusst inszeniert werden?
  • Ziel: Erste klare Lichtidee | Dramaturgie

 

5 Qualitätsanforderungen festlegen (Was bedeutet »gutes Licht« im Projekt?)

  • Anforderungen an: Blendfreiheit | Kontrast / Modellierung | Farbwiedergabe
  • Gibt es normative Anforderungen? (z. B. Arbeitsstätten)
  • Welche Rolle spielt visueller Komfort?
  • Ziel: Gemeinsames Verständnis für Lichtqualität


6 Technische & wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Was ist realistisch umsetzbar?)

  • Budgetrahmen für Beleuchtung
  • Anforderungen an: Energieeffizienz | Wartung | Lebensdauer
  • Steuerung gewünscht? (Dimmung, Szenen, Automatisierung)
  • Ziel: Balance zwischen Gestaltung und Machbarkeit

 

7 Prozess & Zusammenarbeit klären (Wie wird weitergearbeitet?)

  • Wer übernimmt die Lichtplanung? (Architekt, Fachplaner, Hersteller)
  • Welche Planungsphasen sind vorgesehen?
  • Wann werden Lichtentscheidungen getroffen?
  • Bedarf an: Visualisierungen | Bemusterungen | Mock-ups
  • Ziel: Klarer Ablauf ohne spätere Reibungsverluste

 

8 Entscheidungsgrundlage schaffen (Was wird aus dem Gespräch mitgenommen?)

  • Gibt es ein abgestimmtes Lichtkonzept in Grundzügen?
  • Sind die Prioritäten klar definiert?
  • Wurden offene Punkte und nächste Schritte festgehalten?
  • Ziel: Verbindliche Basis für die nächste Planungsphase

 

9 Kurzfassung zum Gedanken machen für den Termin

  • Was soll gesehen werden?
  • Wie wird der Raum genutzt?
  • Was ist die architektonische Idee?
  • Welche Lichtwirkung wird angestrebt?
  • Welche Rahmenbedingungen gelten? 
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Die wichtigsten Punkte

  1. 1Setzen Sie so wenige Lichtpunkte wie möglich, aber so viele wie nötig, und integrieren Sie Licht wo möglich direkt in Möbel oder Bauteile.
  2. 2Legen Sie früh fest, wer die Lichtplanung verantwortet – Planungsteam, externe Lichtplanung oder Leuchtenhersteller –, um spätere Reibungsverluste zu vermeiden.
  3. 3Klären Sie Lichtentscheidungen rechtzeitig mit Rohbau, Deckenaufbau und Elektroplanung ab, statt sie erst am Ende zu treffen.

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