Ausstellung „Framing Light": Wie sich Kunst mit dem Licht verändert

Weiße Wand mit Bildern nebeneinander, eines größer und markant rot.

Framing Light bringt das Werk von Adam Leef in einen Dialog mit dem von Howard Hodgkin und erkundet Landschaft, Erinnerung, Farbe und Licht anhand zweier eigenständiger künstlerischer Ansätze. Kuratiert von Maya Binkin, untersucht die Ausstellung nicht nur, wie Künstlerinnen und Künstler Licht darstellen, sondern auch, wie Licht das Erlebnis des Sehens prägt. Präsentiert im ERCO Showroom in London, verbindet die Ausstellung Malerei mit einer dynamischen Lichtinstallation mit Tunable White, die die Atmosphäre der Galerie und die Wahrnehmung der ausgestellten Kunstwerke fortwährend verwandelt.

Im Zentrum von Framing Light steht eine einfache, aber fesselnde Frage: Wie beeinflusst Licht die Art, wie wir Kunst sehen und erleben? Durch die wechselnden Eigenschaften der Beleuchtung begegnen die Besuchenden denselben Werken unter sich stetig wandelnden Bedingungen, die mit der Zeit neue Farben, Details und emotionale Reaktionen zutage treten lassen.

Fünf Bilder auf weißer Wand, das in der Mitte ist größer als die anderen und schwarz.

In den folgenden Interviews geben der Künstler Adam Leef und die Kuratorin Maya Binkin Einblick in ihre Sicht auf die Ausstellung, auf die Rolle des Lichts in der künstlerischen und kuratorischen Praxis sowie auf die Möglichkeiten, die ERCO Lichtlösungen mit Tunable White Technologie eröffnen.

Künstlerische Einblicke: Adam Leef

Ihre English (Hampshire) Suites entstanden nach Ihrem Umzug nach Großbritannien. Wie hat das britische Licht Ihre Wahrnehmung von Landschaft und Farbe verändert?

Mein Umzug nach Großbritannien Ende 2024, nachdem ich als Künstler ein Global-Talent-Visum erhalten hatte, begann mit zwei Monaten im Xenia Artist Retreat in Hampshire. Die Streifzüge durch die Felder und das Eintauchen in die dortige Landschaft gaben mir ein neues Verständnis der englischen Landschaftstradition, insbesondere des Werks von Constable und Turner – jenes einzigartige Licht, jene Farben und Feinheiten, die in ihren Gemälden und Studien so deutlich hervortreten, sowohl in Öl als auch in Aquarell.

Diese beiden Maler, die die Landschaftsmalerei revolutionierten und so vielen nachfolgenden Kunstschaffenden den Weg bereiteten, hatten in meinen Anfängen einen enormen Einfluss auf mein Schaffen. Sie ermutigten mich, hinauszugehen und meine eigene Umgebung zu studieren – das Mittelmeer. Von 2012 bis 2022 arbeitete ich unablässig, oft Tag für Tag, auf den Klippen über dem Mittelmeer und erkundete seine einzigartige physische Beschaffenheit, sein Licht und seine Farben.

Ich beschreibe die English (Hampshire) Suites gern als „Ode eines Mittelmeermalers an die britische Landschaftstradition". Diese Serie gab mir die Gelegenheit, in einer anderen Harmonie zu arbeiten als jener des Mittelmeers, das meine Heimat ist, oder des Atlantiks, den ich durch meine Frau kennenlernte, die aus Brasilien stammt. Das britische Licht hat eine Harmonie, die sich stark von der des Atlantiks wie des Mittelmeers unterscheidet. Die Sonne hat weit weniger Intensität, und die Landschaft wird oft von Wolken, Grau- und Violetttönen beherrscht, neben dem moosigen Grün und erdigen Braun des Landes.

Portraitfoto Adam Leef

Haben Sie Ihre Gemälde zuvor schon einmal auf diese Weise erlebt, und was hat Sie an diesem Erlebnis überrascht?

Als ich zum ersten Mal von ERCO Beleuchtung mit Tunable White Technologie erfuhr, war mein unmittelbarer Gedanke, dass dies die Zukunft der Beleuchtung von Ausstellungsräumen und Galerien ist. Wer sich für Kunstgeschichte und die Biografien von Künstlerinnen und Künstlern interessiert, weiß, wie tiefgreifend das Licht und die Geografie ihres Ortes ihr Schaffen prägen können. Man denke an das holländische Licht von Rembrandt und Vermeer, an Cézanne und Matisse, die auf der Suche nach mediterranem Licht nach Südeuropa reisten, oder an die kalifornische Sonne, die Diebenkorn und die Maler der Bay Area erlebten. Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie sich Licht physisch in die Erfahrung und die Bildsprache eines Künstlers einschreibt.

Die Zusammenarbeit mit ERCO bei diesem Projekt und der Einsatz von Tunable White erlaubten es uns, sowohl meine Werke als auch die Hodgkins unter wechselndem Licht zu erleben, von warmen 3200K bis hin zu 5000K. In gewisser Weise simuliert dies die wechselnden Bedingungen im Freien, die ein Künstler/eine Künstlerin bei der Arbeit in der Landschaft erlebt, oder das wechselnde Licht, das durch das Atelierfenster fällt.

Das wärmere Licht betont die wärmeren Farben der Werke – Rosa-, Violett- und Erdtöne –, während das kühlere Licht Blau- und andere kältere Töne stärker hervortreten lässt. Das besonders Wunderbare an der Beleuchtung von ERCO ist, dass der CRI über den gesamten Zyklus hinweg so hoch bleibt. Die Qualität und Integrität der Farben bleiben herausragend, während das wechselnde Licht einfach andere Momente und andere Werke in den Vordergrund rückt und dabei stets die allgemeine Qualität und Harmonie des Werks als Ganzes bewahrt.

Eckwand mit zwei Gemälden, das rechte auf schwarzem Grund.
Vier Bilder nebeneinander auf weißer Wand.

Wie hat die Zusammenarbeit mit ERCO Ihr Denken darüber verändert, wie Sie Ihre Arbeit präsentieren?

Licht ist für bildende Kunstschaffende das, was die Akustik für Musizierende ist. Es ist die physische und zugleich unsichtbare Materie, die es unseren Werken erlaubt, ihren Reichtum, ihre Tiefe, ihre Nuancen und Feinheiten zu offenbaren. Die Zusammenarbeit mit ERCO hat meine Wertschätzung dafür vertieft, wie weit sich die Lichttechnik für Kunst entwickelt hat. Als Maler wird mein liebstes Licht immer das natürliche Licht sein – das sich in Ausstellungsräumen so selten verwirklichen lässt.

Eine so hochwertige Beleuchtung zu erleben, die sich zudem an die spezifischen Anforderungen einer bestimmten Werkreihe oder sogar eines einzelnen Werks anpassen lässt, hat mir die Augen für die Möglichkeiten geöffnet, die uns heute zur Verfügung stehen. Das kann nicht nur verändern, wie ich über die Präsentation meiner eigenen Werke denke, sondern auch die Möglichkeiten für Galerien und Institutionen im weiteren Sinne – und lässt jede Ausstellung und jedes Betrachtungserlebnis so individuell und präzise wie möglich werden.

Was kann die Ausstellungsbeleuchtung leisten, das Malerei allein nicht vermag?

Ich glaube, die beste Ausstellungsbeleuchtung sollte nahezu unmerklich sein – so natürlich und organisch, dass man gar nicht über sie nachdenkt, sondern ganz auf das Erleben der Kunst selbst konzentriert bleibt.

Die Zusammenarbeit mit ERCO hat uns die Möglichkeit gegeben, diesen Grundgedanken weiterzuentwickeln. Auch wenn sich das Licht im Verlauf der Ausstellung wandelt und verändert, geschieht dies stets im Dienst des Betrachtungserlebnisses. Das wechselnde Licht soll das Publikum hoffentlich dazu anregen, innezuhalten, genauer hinzusehen und aufmerksam zu sein.

Vier Bilder nebeneinander auf weißer Wand, die linken beiden mit Rottönen.
Ausstellungsraum White Cube, schwarzes Bild rechts an der Wand, kleinere helle an den anderen Wänden.
Vier Bilder nebeneinander auf weißer Wand.

Kuratorische Einblicke: Maya Binkin

Was war Ihr Ausgangspunkt für „Framing Light“, und warum wollten Sie die Werke von Adam Leef und Howard Hodgkin in einen Dialog miteinander treten lassen?

Hier haben Sie zwei Künstler, die beide das Licht zum Gegenstand ihrer Arbeit machen, jedoch auf sehr unterschiedliche Weise. Adam Leefs Licht wirkt genau beobachtet und studiert, es entfaltet sich langsam, während Howard Hodgkins Reaktion fast augenblicklich und spontan erscheint. Natürlich verbrachte Hodgkin sehr viel Zeit damit, seine Technik zu perfektionieren, um dieses Gefühl von Spontaneität zu erreichen – doch diese Unmittelbarkeit ist letztlich das, was wir als Betrachtende erleben.

Die beiden Künstler zusammenzubringen erlaubt uns, nicht nur über die unterschiedlichen Weisen nachzudenken, auf die Licht dargestellt und wahrgenommen werden kann, sondern auch über die emotionalen Reaktionen, die es in uns auszulösen vermag. Der Kontrast zwischen Leefs langem Beobachten und Hodgkins expressiver Unmittelbarkeit wurde zum Ausgangspunkt der Ausstellung.

Portraitfoto Maya Binkin

Sie beschreiben Licht als ein aktives Material. Ab welchem Punkt wird Licht mehr als bloße Beleuchtung und zum Teil der kuratorischen Erzählung?

Es gibt eine reiche Geschichte von Kunstschaffenden, die sich mit Licht auseinandersetzen, und diese Ausstellung wird ganz wesentlich von dieser Tradition getragen – betrachtet sie jedoch aus einer besonders britischen Perspektive. Leef entscheidet sich dafür, das britische Licht zu feiern, das oft als irgendwie minderwertig galt, etwa gegenüber dem strahlenden Licht des Mittelmeerraums, aus dem er stammt. Hier werden seine Wandelbarkeit und Feinheit zu seiner Stärke.

Es gibt natürlich auch Vorbilder für Kunstschaffende, die die Leinwand ganz weglassen. Im Werk von Dan Flavin oder James Turrell wird das Licht selbst zum Medium, und unsere Reaktion auf die Umgebung, die es schafft, wird zum eigentlichen Gegenstand.

Eine Ausstellung zu beleuchten ist bereits ein wesentlicher Bestandteil der kuratorischen Arbeit. Die Zusammenarbeit mit ERCO hat mir die Gelegenheit gegeben, dieses normalerweise unsichtbare Element meiner Praxis in den Vordergrund zu rücken und in Bewegung zu versetzen – und so eine sich wandelnde Umgebung zu schaffen, in der man der Kunst begegnet. In diesem Sinne beleuchtet das Licht die Ausstellung nicht mehr nur, sondern wird selbst zum Teil ihrer kuratorischen Erzählung.

Drei Bilder nebeneinander, das in der Mitte ist rot und größer, als die anderen beiden.

Die Lichtstimmung verändert sich im Verlauf der Ausstellung fortwährend. Wie wandelt dies das Erlebnis der Besuchenden im Vergleich zu einer herkömmlich beleuchteten Galerie?

Neben der Poesie, einen Lichtzyklus zu erleben, der vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung übergeht, hat die Veränderung der Lichtqualität auch eine sehr physische Auswirkung auf das Auge. Details, die in einem wärmeren, gelblicheren Spektrum sichtbar werden, können unter einem kühleren, bläulicheren Licht zurücktreten. Bei dunkleren Verhältnissen treten die Lichter stärker hervor, während helleres Licht Details aus den Schatten hervorholen kann.

Dieses Spiel des Lichts erlaubt den Besuchenden, die ganze Bandbreite der Werke zu erleben. Je nachdem, an welchem Punkt des Zyklus man sich befindet, offenbaren sich unterschiedliche Details, Farben und Tiefen, sodass das Erleben eines Gemäldes niemals ganz festgelegt ist. Wir können auch die Bedingungen bedenken, unter denen die Kunstschaffenden diese Werke selbst schufen – ob im Freien oder im Atelier, Umgebungen, die weit entfernt sind von den sterilen, kontrollierten Verhältnissen der Galerie. Das wechselnde Licht bringt etwas von dieser Unbeständigkeit in das Betrachtungserlebnis zurück und macht uns bewusst, wie sehr unsere Wahrnehmung eines Kunstwerks von den Bedingungen abhängt, unter denen wir es sehen.

Welche Rolle wird dynamisches Licht Ihrer Meinung nach in der Zukunft der kuratorischen Praxis spielen, insbesondere in Museen und Ausstellungen, die Geschichten erzählen oder Emotionen hervorrufen wollen?

Kuratorinnen und Kuratoren, Künstlerinnen und Künstler – und überhaupt alle, die in einem kreativen Feld arbeiten – sollten stets dynamisch bleiben, nach neuen Ansätzen suchen und sich neuen Formen der Zusammenarbeit öffnen. Mich begeistert, was Tunable Light Kuratoren bieten kann, die im Grunde eine Erzählung schaffen, durch die Besuchende eine Ausstellung erleben.

Das Licht ist enorm wichtig dafür, wie überzeugend diese Erzählung vermittelt wird. Die Möglichkeit, das Licht selbst formbar zu machen – es sich wandeln, reagieren und zum Teil des Erzählens werden zu lassen – eröffnet aufregende neue Perspektiven für anspruchsvolle Ausstellungsgestaltung. Statt die Kunst nur zu beleuchten, kann das Licht Atmosphäre und Emotion mitgestalten sowie die Art und Weise, wie sich Besuchende durch einen Raum bewegen und auf ihn reagieren. Für mich fühlt sich das wie eine aufregende neue kuratorische Fragestellung an, die es verdient, viel weiter erkundet zu werden.

Eckwand mit zwei Gemälden, das linke auf schwarzem Grund.
Vier Bilder nebeneinander auf weißer Wand.

Wenn Sie nur einen einzigen Aspekt nennen dürften: Was macht gute Beleuchtung in einer Ausstellung sichtbar, das sonst verborgen bliebe?

Nuancen.

Bilder an einer weißen Wand, mittig ein großes schwarzes.

Vielen Dank, Maya und Adam, für Ihre Einblicke.