Licht für monumentale Gebäude planen, ,

Licht für monumentale Gebäude planen

Bei der Beleuchtung großflächiger Fassaden gilt es, nicht nur bei Simulation und Visualisierung im großen Maßstab zu denken. Auch bei den Montageorten der Leuchten sind kreative Lösungen gefragt – so lassen sich die Herausforderungen der Gebäudedimensionen meistern.

Große Gebäude auf effiziente Weise im Stadtraum in Szene zu setzen, erfordert spezielle Konzepte, Methoden und Werkzeuge. Monumentale Landmarken in ihrer Gesamtheit von außen zu beleuchten, würde einen unverhältnismäßigen Energieaufwand bedeuten. Die Alternative besteht darin, sich auf die im Stadtraum wirksamen Flächen und architektonischen Besonderheiten zu konzentrieren – wie bei der Beleuchtung des Mailänder Doms. Für Passanten ist zum Beispiel die Beleuchtung im unteren Bereich relevant. Die oberen Stockwerke und ein beleuchtetes Dach machen ein Gebäude in der Skyline sichtbar.

Licht für monumentale Gebäude planen

Da partielle Bemusterungen bei großen Bauwerken kaum einen repräsentativen Gesamteindruck vermitteln können, sind Lichtsimulationen unverzichtbar, um die geeigneten Lichtverteilungen und Beleuchtungsstärken zu überprüfen.

Drei Aspekte sind bei der Fassadenbeleuchtung großer Bauten relevant:

1. Simulation oder Bemusterung: Eine partielle Bemusterung mit nur wenigen Scheinwerfern vermittelt bei solchen Dimensionen kaum einen repräsentativen Eindruck. Daher ist bei großen Gebäuden die Anwendung von Lichtsimulationen besonders sinnvoll, die ein komplettes Bild aus unterschiedlichen Perspektiven ermöglichen.

2. Distanz überwinden: Zur Beleuchtung aus großer Distanz benötigt man Scheinwerfer mit sehr engen und präzisen Lichtkegeln. Auf diese Weise lässt sich auch die Lichtverschmutzung auf ein Minimum reduzieren. Selbst ein narrow spot mit einem 6° Lichtkegel erzeugt auf eine Distanz von 100m einen Lichtkegel von 10m Durchmesser.

3. Angemessene Helligkeit: Die aus Innenräumen gewohnten Beleuchtungsstärken sind für den Außenraum zu hoch. Bei Nacht reichen im städtischen Kontext oft Beleuchtungsstärken unter 100lx, insbesondere auf hellen Oberflächen.

Licht für monumentale Gebäude planen

Zur präzisen Beleuchtung von Fassaden über große Distanzen eignen sich Leuchten mit sehr engen Abstrahlwinkeln. Unterschiedliche Lichtverteilungen ermöglichen es, individuell auf die Form der Fassade einzugehen.

Licht für monumentale Gebäude planen
Licht für monumentale Gebäude planen

Fotografie: Timm Lange

Leuchten richtig positionieren

Bei der Frage nach geeigneten Standorten für Leuchten bieten sich bei großen Gebäuden im Allgemeinen drei Positionen an: am Gebäude selbst, auf Masten im Straßenraum sowie auf benachbarten Bauwerken. Beleuchtung, die direkt an der Fassade montiert ist, eignet sich für Streiflicht, das die Textur der Oberfläche betont. Bei terrassierten Gebäuden lassen sich die Leuchten auf den Rücksprüngen anordnen. Die Fassade wird so segmentweise und gleichmäßiger beleuchtet. Bestehende Masten im Straßenraum eignen sich, um insbesondere den unteren Gebäudebereich mit breiten Lichtverteilungen auszuleuchten. Für die oberen Gebäudebereiche sind dagegen hohe Montagepunkte von Vorteil. Diese stehen meistens nur auf benachbarten Gebäuden zur Verfügung und weisen daher meist große Distanzen zur Fassade auf. Eine optimale Ausleuchtung von großen Bauwerken erfordert den intelligenten Einsatz von Leuchten mit sehr unterschiedlichen Lichtverteilungen. Bei einer mittleren Entfernung ist eine asymmetrische Wandfluter-Lichtverteilung zur gleichmäßigen Ausleuchtung nützlich. Für vertikale Architekturdetails eignet sich auch eine ovale Lichtverteilung.

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An der Fassade montierte Leuchten erzeugen ein Streiflicht und damit intensive Kontraste von Licht und Schatten. Selbst geringe Vorsprünge in der Fassade können extrem lange Schatten erzeugen. Flächen bis etwa 6m Höhe lassen sich mit Streiflicht gut hervorheben.

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Große Rücksprünge ermöglichen es, die Fassade stufenweise zu akzentuieren. Durch den größeren Abstand zur Fassade fällt die Schattenwirkung von reliefartigen Oberflächenstrukturen nicht so extrem aus wie bei Streiflicht.

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Um hohe Fassaden gleichmäßig auszuleuchten, empfiehlt es sich, die Distanz zwischen Fassade und Leuchten zu vergrößern. Wandfluter auf Masten können auf diese Weise bei 10m Abstand zum Gebäude eine etwa 30m hohe Fassade beleuchten.

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Um die oberen Bereiche sehr hoher Gebäude zu beleuchten, müssen die Leuchten in großer Distanz positioniert werden. Mit sehr engen Lichtverteilungen lässt sich die Fassade präzise ausleuchten, nicht zuletzt um Lichtverschmutzung zu vermeiden.

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