Definition einer kulturellen Landmarke — GS Art Centre, Seoul
Das vom GS-Konzern betriebene GS Art Centre zählt zu den führenden multifunktionalen Kultur- und Aufführungsstätten in Seoul. Mit einem vielfältigen Programm, das von klassischer Musik bis hin zu Unternehmensveranstaltungen reicht, erforderte das Zentrum eine Lichtinfrastruktur, die zwischen architektonischer Monumentalität und funktionalen Eventmodi wechseln kann.
Lightgap Deckeneinbauleuchten wurden entlang der gesamten Vorhangfassade eingesetzt. Durch die Streif-Beleuchtung dieser vertikalen Flächen verwandelt sich die massive Struktur in eine leuchtende, skulpturale Hülle. Diese Technik wird auch auf die innenliegenden architektonischen Wände übertragen, sodass die strukturelle DNA des Gebäudes sowohl von der Straße als auch aus dem Inneren heraus sichtbar wird.
Der Metallvorhang: vom Relikt zum Gestaltungsschwerpunkt Eine der größten Errungenschaften der Renovierung war der Erhalt des Metallvorhangs. Aufgrund seines verwitterten Zustands stand er zunächst zur Disposition. Nach einem Besuch im ERCO-Showroom in Seoul änderte sich jedoch die Perspektive des Bauherrn. Angesichts der transformierenden Wirkung von Streiflicht wurde entschieden, den Vorhang als zentrales Gestaltungselement zu bewahren.
Durch den Einsatz linearer Lightgap Deckeneinbauleuchten wurde der Metallvorhang als skulpturale Landmarke neu interpretiert. Nachts hebt das Streiflicht die feine Materialität hervor und macht ihn zugleich zum prägnanten Blickfang sowie zu einer sanften Quelle von Umgebungslicht, das nach außen strahlt und die nächtliche Identität des Gebäudes prägt.
Das Foyer: eine Meisterklasse der skalierten Beleuchtung Um im Foyer auf Ebene L1 eine minimalistische Ästhetik zu bewahren, sind sämtliche Leuchten in einen speziell vorgesehenen Einbaukanal integriert. So bleibt die Deckenfläche ruhig und klar gegliedert. Trotz der Herausforderung von vier unterschiedlichen Deckenhöhen wird durch den gezielten Einsatz von Compar linear mit 12-fach Linsen ein konsistentes Erscheinungsbild erzielt.
Zur Steigerung der Flexibilität sind Gimbal Einbaustrahler gezielt in die Einbaukanäle zwischen den Compar linear Leuchten integriert. Sie dienen als Akzentlicht, etwa zur Hervorhebung von Bistrotischen oder spezifischen Fokuspunkten während Veranstaltungen im Foyer.
Der Theatereingang: atmosphärische Übergänge
Der Übergang in die Aufführungsbereiche wird durch Iku Downlights gestaltet, die eine gleichmäßige Allgemeinbeleuchtung für Empfang, Theatereingang und die Foyers der oberen Ebenen (L2–L4) gewährleisten.
• Effizienz im Maßstab: Iku sorgt für eine besonders gleichmäßige Beleuchtung und ermöglicht hohe Beleuchtungsstärken mit weniger Leuchten.
• Geschwungene Wandflutung: Lightgap wird eingesetzt, um die geschwungenen Wände des Eingangs gleichmäßig auszuleuchten und architektonische Konturen hervorzuheben.
• Skulpturale Vorhänge: Auf weichen Oberflächen erzeugt Streiflicht eine ausdrucksstarke Wirkung und steigert die Inszenierung des Eintritts ins Theater.
Dynamisches Szenenmanagement: ein Raum, mehrere Identitäten
Die gesamte Installation funktioniert mit drahtloser Casambi-Steuerung, sodass der Betreiber das komplexe Veranstaltungsprogramm per Smartphone oder Tablet steuern kann. Das System basiert auf drei Szenarien:
• Allgemeinmodus: Ausgewogene Beleuchtung mit Compar linear oder Iku für klare Orientierung und Sicherheit.
• Eventmodus: Die Grundbeleuchtung wird gedimmt, während Gimbal Einbaustrahler gezielte Lichtinseln für soziale Interaktionen erzeugen.
• Kohärenter Modus: Kombination aus Grund- und Akzentlicht für vielschichtige, architektonisch hochwertige Inszenierungen.
Diese Modi erfüllen zugleich funktionale Aufgaben: Sobald das Publikum den Saal betreten hat, werden die Downlights ausgeschaltet, sodass nur noch die Wandfluter aktiv bleiben – ein Signal für den Beginn der Vorstellung. In den Pausen wird der Raum wieder vollständig belebt.
Das Lichtdesign im GS Art Centre geht weit über reine Sichtbarkeit hinaus und fungiert als präzise Verbindung zwischen architektonischer Sprache und kultureller Nutzung. Durch die Integration leistungsstarker Werkzeuge wie Compar linear und Iku in die bauliche Struktur entsteht eine ausgewogene Balance: ein repräsentatives öffentliches Gebäude, das zugleich die intime und flexible Atmosphäre für künstlerische Darbietungen bietet.
Von den atmosphärischen Texturen, die durch das Streiflicht von Lightgap sichtbar werden, bis hin zu den nahtlosen Szenenwechseln dank Casambi zeigt das Projekt, wie qualitatives Licht die Besucherführung neu definieren kann. Jede Vorstellung – und jede Pause – wird zu einem architektonischen Erlebnis und unterstreicht: Licht ist nicht nur Ergänzung, sondern ein wesentlicher Bestandteil kultureller Erfahrung.